Egal, wie sehr er demonstriert, dass er nur noch frittiertes Gemüse zwischen den Schläfen hat: Hip Hop wird nie aufhören, Kanye zu vermissen. Er war einfach zu lange die treibende kreative Kraft. Und wenn es im Hip Hop jemals ein alles revolutionierendes Album gebraucht hätte, das radikale Sounds …
Ich verstehe die Review, aber imo sind 2/5 etwas zu hart, sehe eher 3/5. Es wäre schön, wenn Ye wieder an die alten Höhen anknüpfen könnte und das Album macht zumindest Hoffnung, dass es möglich *wäre*.
Ich finde, Donda ist zu lang, ein bisschen viel Jesus und hat noch fragwürdigere Features als das Ding hier, aber ja... ich verstehe deinen Punkt, auf Donda sind auch noch ein paar Highlights drauf.
Also mich stört es enorm, dass nicht einmal die Einordnung von Kanye West als Antisemit, Sexist und Trump Supporter gemacht wurde. Mir doch scheißegal, wie gut/schlecht die Musik ist. Manchen Leuten sollte man keine Bühne geben und Kanye gehört da genauso wenig hin, wie ein Xavier Naidoo.
Das hat Xavier Naidoo auch gemacht und jetzt ist er wieder mordsmäßig am Schwurbeln. Und Kanye kaufe ich das genauso wenig ab. Der hat gemerkt, dass er weniger verkauft hat und musste sich wirtschaftlich gesehen entschuldigen.
Gut, er ist aber auch ganz offensichtlich und auch nach eigener Einsicht psychisch krank. Das macht jetzt nicht alles automatisch okay oder bedeutet, dass die Entschuldigung definitiv super ehrlich war und er jetzt auf geläutertem Pfad ist. Aber ein bisschen mehr Komplexität als beim Fall Naidoo liegt hier finde ich schon vor.
Komplexer mag sein, aber beide haben als in der Öffentlichkeit wirksame Künstler eine Verantwortung, sich selbst und anderen gegenüber. Es ist ein wichtiger Schritt zu verbalisieren, dass man psychisch erkrankt ist, nur muss man spätestens dann die Konsequenzen ziehen, wenn man sich und andere mit seinen Äußerungen schädigt. Xavier Naidoo ist noch gar nicht an dem Punkt angekommen, dass er seine F-Diagnose akzeptiert.
Was sind denn deiner Meinung nach die richtigen Konsequenzen, die man ziehen sollte? MMn wären das zu allererst sich zu entschuldigen und sich in ärztliche Behandlung zu begeben (scheint ja bei Kanye beides zumindest in irgendeiner Form passiert zu sein), dann natürlich hoffentlich das eigene Leben und Verhalten zu ändern, so dass man Menschen nicht mehr schadet (kann ich nicht beurteilen, wie erfolgreich das hier im Gange ist) und am Ende idealerweise auch zu versuchen, den tatsächlichen Schaden, den man begangen hat zu beheben, indem man sich an die entsprechenden Opfer wendet (scheint zumindest öffentlichwirksam noch nicht passiert zu sein?).
(Erstmal) keine Alben zu veröffentlichen sehe ich da aber als kein Teil dieser Konsequenzen (ka ob das dein Punkt war), weil Kunst zu schaffen und zu veröffentlichen (sofern nicht schädlich/hassschürend) generell erst einmal ein Recht ist, dass mMn selbst den kaputtesten und schlechtesten Menschen dieser Welt zusteht.
Letztendlich hat LevelFear natürlich auch recht, dass eine genauere Einordnung der Person in der Rezi hier vielleicht noch sinnvoll gewesen wäre.(Wobei YNK als haus- und hofeigener Kanye-Reporter das an anderer Stelle natürlich schon sehr umfänglich getan hat.)
Also sorry. Ja der Typ hat eine psychische Erkrankung, aber in kann keine Entschuldigung akzeptieren, nachdem er die menschenverachtensten Sätze rausgekotzt hat, die ein Mensch verbal im Stande ist zu artikulieren. Wie er zuerst vermummt den Holocaust geleugnet hat und das antisemitischste Zeug seit Hitler und Göbels rausgehauen hat. Sorry, nein! Ich glaube nicht daran, dass sich ein Mensch jemals von sowas verändern kann. Hast du schon mal versucht ein intellektuelles Gespräch mit Nazis zu führen? Da rennt man gegen eine Wand. Warum sollte sich bei Kanye was ändern? Taten sprechen mehr als Worte, aber selbst da würde ich Kanye nichts abkaufen. Der Typ ist durch für mich. Keine zweite Chance.
Was sollte er jetzt tun? Mir doch egal. Mir ist nur wichtig, dass diese Person als das betitelt wird, was er ist: Ein verabscheuenswerter Schwurbler und Antisemit. Soll er doch Musik machen und daran Geld verdienen, aber wenn's nach mir geht, soll er pleite gehen. Solche Leute gehören meiner Meinung nach nicht auf eine Bühne. Soll er Musik machen, aber es gehört ignoriert zu werden.
"Ich glaube nicht daran, dass sich ein Mensch jemals von sowas verändern kann."
Das ist dann vor allem deine eigene geistige Beschränkung, die du möglichst schnell über Bord werfen solltest. (Ganz unabhängjg davon ob das bei Kanye hier überhaupt der Fall ist)
Unsere eigenen Gefühle sollten wir hier auch nochmal etwas abstrakter unter das Beobachtungsglas nehmen. Warum macht uns eine Bühnenfigur wie Kanye West so wütend? Ist das was er sagt verletztend? Womöglich. Sollten wir uns davon beirren lassen? Eher nein. Lassen wir ihn doch machen und halten dabei unsere Gefühle im Gleichgewicht. Ärgern wir uns doch lieber über den Wal-Flüsterer oder dass Benzin teuer ist. Das hat direkt mit unserem Alltag zutun. Der Clou ist: die Denkprozesse abstrahieren, das Fühlen auf das Konkrete im Umfeld lenken.
Dein Vergleich hinkt. Hitlers Bilder sind bestenfalls mid, sein Buch ist sehr schlecht (habe es nur halb gelesen). Kanyes Werk hingegen wird größtenteils von vielen gefeiert, Hitlers Werk wurde das (abseits von Pflichtkäufen) nie wirklich, selbst diejenigen, die vorgeben Mein Kampf zu mögen haben es meist nie gelesen.
häh. kanye ist ein (talentierter) afroamerikanischer Musiker, mit schweren psychischen Problemen, eventueller missbrauchserfahrung aber mit viel geld und keinerlei regularien oder begrenzungen für die dinge, in seinem kopf, der in erster linie musik gemacht und danach gemeine dinge auf social media gesagt hat bzw lustige hemden gestaltet hat.
„Die grösste Bedrohung geht nicht aus von Extremisten und bösartigen Genies, sondern von durchschnittlichen Dödeln, die mit unbegrenzten Befugnissen und keinerlei Verantwortung für ihr Tun ausgestattet werden.“
- Irgendwer (vielleicht Albert Einstein) über irgendwen oder irgendwas (vielleicht deutscher Faschismus, vielleicht aber auch Chipmunk Funk)
@pedrolino: 1. du verwechselst Trennung von Werk und Autor mit Zustimmung oder Toleranz gegenüber Handlungen in einem autokratischen Regime oder gegenüber dessen Ideologie. 2. anstatt Argumente gegen die legitime subjektive Einstellung zur Beziehung zwischen Werk und Autor zu nennen argumentierst du ad hominem mit einem unscharf definierten Schmähbegriff, „Mitläufer“, welcher das Spannungsfeld und Machtmissverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft häufig sträflich ignoriert. 3. ich bezweifle sogar, dass es sich dabei um den bevorzugten Menschenschlag jedes Autokraten handelt, sind das nicht viel wahrscheinlicher Opportunisten oder Fanatiker einer bestimmten Idee? Anyway, wie schon der Beitrag von LevelFear eine unangemessene Schmähung, die mehr schadet, als sie nützt, in dem sie an einer Linie separiert, welche euch in eurer proklamierten politischen Position zum Nachteil gereicht.
@gueldi: ich mag dich auch trotz mancher Meinungsverschiedenheit. Aber Pedrolino ist >0, und es ist nicht meine Intention ihn zu zerlegen, sondern eher helfen zusammenzusetzen.
@Elmo: auch wenn das nicht hierhin gehört, ich bin in den letzten Jahren relativ erfolgreich darin meine innere Einsamkeit zu überwinden und mich selbst zu mögen. Verbittert bin ich auch noch nicht, nur entsetzt über so vieles, das sich mir über die Jahre offenbart hat. Enttäuscht, dass die Welt nicht so ist, wie sie mir als Kind verkauft wurde. Wütend über die Scheiße, die so viele Menschen erdulden müssen.
Ich denke schon, dass das hier hin gehört. Es sind nunmal deine Gefühle, dazu würde ich auch stehen. Wut ist völlig normal und angebracht. Wo kämen wir hin, ohne Wut? Die Enttäsuchung über die Welt erleben wir ja tatsächlich zwei Mal: einmal in der frühen Jugend bzw. später dann im Vergleich, was das Moralische angeht, am Ende dann, wenn wir realisieren, dass der Tod immer näher kommt. Er bildet eine unmissverständliche Linie zu unserer Realität. Das ist die wahre Enttäuschung, die jedoch, so nehme ich jetzt an, als solche nach dem Übertritt selbst erlischt.
Du hast in deinem Schmerz zu viele Mauern hochgezogen. Diese müssen suckzessive abgebaut werden, das braucht aber Zeit. Ich sehe das und akzeptiere das.
Alles klar, ich werde dich nicht mehr daran erinnern, dass der Tod das definitive Ende deiner Existenz sein wird, damit du weiter deine Illusion aufrecht halten kannst!
@caps: „73% aller Zitate im Internet werden spontan und nach Notwendigkeit völlig frei erfunden.“ - Benjamin Franklin
Jetzt aber mal ebenso ernstlich und ernsthaft, die Essenz des oben Erfundenen ist mir irgendwann während der Schulzeit mal vor die Füße gefallen, und ich kann leider wirklich nicht mehr eruieren, wo es herkam. Ich bin mir allerdings relativ sicher, dass er mir im Zusammenhang mit Erklärungsansätzen zum Holocaust begegnet ist (spezifisch im Kontext der strukturalistischen Forschung im Geiste Hans Mommsens - oder zumindest würde es dort hinpassen).
Halte den Gedanken aber tatsächlich insofern interessant, als dass er die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung für Prozesse aufwirft, die ja „eigentlich“ ablehnenswert erscheinen mögen. - Wie, wann und unter welchen Umständen wird jemand in die Lage versetzt (absichtlich oder unbeabsichtigt) richtig, richtig reinzuscheissen? Welche Schranken und Sperrmechanismen müssen außer Kraft gesetzt worden sein, um Das Ungewollte geschehen zu lassen?
Und bevor jetzt jemand das behauptet: Nein, ich möchte einen Völkermord weder mit peinlichen individuellen Selbstdemontagen noch in der Öffentlichkeit ausgestellten geistigen Störungen noch mit irgend einem anderen Prozess gleichsetzen; bitte, danke.
Zwei Punkte ist ehrlich gesagt noch zu viel. Ich vermeide es normalerweise eher, Künstler an ihrem früheren Werk zu messen, doch ihr könnt mir nicht sagen, dass wenn der Kanye von 2004-2013 die Songs auf diesem Album gehört hätte, er sagen würde: "Wow, das werde ich so releasen." Sehr vieles wäre sogar als Demo-Leak scheiße gewesen und alle die sagen, dass das irgendwie gut ist, ihr seid vollkommen delulu. Das Mixing ist auch wieder gottlos beschissen.
Zwei Songs fand ich interessant ("Sisters & Brothers", "Beauty & The Beast"), ja, interessant, aber nicht gut. Und das ist im Endeffekt auch das größte Problem des gegenwärtigen Ye: Er ist furchtbar langweilig geworden. Er stand früher für Innovation und Progression innerhalb des Genres und jedes Release bis TLOP war ein Erlebnis für sich. Vielleicht gab es hier und da ein paar Lichtblicke und die Seelenlosigkeit seiner Musik hat sich noch nicht durch die Albenn insgesamt gezogen, doch schon mit TLOP dachte ich mir, dass das alles Sounds sind, die er bereits hatte.
Nee Leute, das Album wird nichts reißen und auch in ein paar Jahren nichts gerissen haben. Es wird wie die Vultures-Dinger auftauchen, ein paar Leute abfucken, ein paar seiner dummen Fans glauben lassen, er hätte es noch drauf und dann wieder verschwinden, bis er zu seinem darauffolgenden Album den nächsten Crashout kriegt und wieder Dinge tut, für die er sich brav entschuldigen wird.
Bin da ganz bei der Einschätzung aus der Review. Trotz einiger gelungener Songs (insbesondere „All the love“) nur ein schwacher Abklatsch seines früheren Outputs. Hier und da geistern ein bisschen Chipmunk Soul, die Synths von MBDTF oder gesungene Vocals im Stil von TLOP durch „BULLY“, aber zu einem eigenen, kohärenten Sound findet das Album nicht. Auch die Lyrics lesen sich mitunter so, als wären sie von der AI geschrieben worden. Unterm Strich ist das zwar immer noch deutlich besser als alles seit „Donda“, aber die Messlatte dafür hing ehrlich gesagt auch sehr niedrig. Immerhin bleibt die leise (und wahrscheinlich unberechtigte) Hoffnung, dass Kanye seine eigene Talsohle durchschritten hat, auch wenn die halbgaren Entschuldigungen für den ganzen Bullshit der letzten Jahre mir enorm sauer aufstoßen.
Subjektiv: Selbst P.Diddy würd für den Schrott keine Tube Babyöl spendieren hehe... Objektiv:Lach+strafhaft für denjenigen der seine Musik je feiern konnte
Egal, wie sehr er demonstriert, dass er nur noch frittiertes Gemüse zwischen den Schläfen hat: Hip Hop wird nie aufhören, Kanye zu vermissen. Er war einfach zu lange die treibende kreative Kraft. Und wenn es im Hip Hop jemals ein alles revolutionierendes Album gebraucht hätte, das radikale Sounds …
Ich verstehe die Review, aber imo sind 2/5 etwas zu hart, sehe eher 3/5. Es wäre schön, wenn Ye wieder an die alten Höhen anknüpfen könnte und das Album macht zumindest Hoffnung, dass es möglich *wäre*.
Freue mich schon auf die Rezi vom neuen Noie Werte Album !
Sorry, aber Songs mit weniger als 3 Minuten Länge sind für mich keine Songs.
Weiß Paul McCartney, dass die Beatles gar keine Songs geschrieben und aufgenommen haben?
Da verpasst du was. Einige liefern in 2 Minuten mehr ab, und mit weniger Filler, als andere in 5.
Also jetzt nicht unbedingt be Kanye. Ich hab da nicht und werde da auch nicht reinhören. Ich meine so generell.
bully herbig
Sein bestes Album seit "Kids See Ghosts".
donda existiert bra
Es wäre mal wieder Zeit für ein Update dieser Liste, liebes laut.de
https://laut.de/News/Kanye-West-Wirklich-a…
Ich finde, Donda ist zu lang, ein bisschen viel Jesus und hat noch fragwürdigere Features als das Ding hier, aber ja... ich verstehe deinen Punkt, auf Donda sind auch noch ein paar Highlights drauf.
Alle "Künstler", die in irgend einer Form mit dem Kardashian Clan in Kontakt gekommen sind, müssen strikt abgelehnt werden.
Umgehört 1/5. Und selbst wenn der das ein Instant Classic gewesen wäre, als Künstler ist der Typ komplett verbrannt.
*Ungehört
Umgeändert
Ungehend
Ungespielt
Umerhört
Umgegendert
Ich werde irgendwie den Eindruck nicht los, dass gewisse Releases hier aus Prinzip schlecht bewertet werden!
Sieht man ja schon an den wenigen, verhaltenen Kommis hier, dass dieses Thema eher ins Kühlfach geschoben werden sollte.
Also mich stört es enorm, dass nicht einmal die Einordnung von Kanye West als Antisemit, Sexist und Trump Supporter gemacht wurde. Mir doch scheißegal, wie gut/schlecht die Musik ist. Manchen Leuten sollte man keine Bühne geben und Kanye gehört da genauso wenig hin, wie ein Xavier Naidoo.
Er hat sich ja zumindest entdchuldigt.
Das hat Xavier Naidoo auch gemacht und jetzt ist er wieder mordsmäßig am Schwurbeln. Und Kanye kaufe ich das genauso wenig ab. Der hat gemerkt, dass er weniger verkauft hat und musste sich wirtschaftlich gesehen entschuldigen.
Gut, er ist aber auch ganz offensichtlich und auch nach eigener Einsicht psychisch krank.
Das macht jetzt nicht alles automatisch okay oder bedeutet, dass die Entschuldigung definitiv super ehrlich war und er jetzt auf geläutertem Pfad ist. Aber ein bisschen mehr Komplexität als beim Fall Naidoo liegt hier finde ich schon vor.
https://consequence.net/2026/03/kanye-west…
Komplexer mag sein, aber beide haben als in der Öffentlichkeit wirksame Künstler eine Verantwortung, sich selbst und anderen gegenüber. Es ist ein wichtiger Schritt zu verbalisieren, dass man psychisch erkrankt ist, nur muss man spätestens dann die Konsequenzen ziehen, wenn man sich und andere mit seinen Äußerungen schädigt. Xavier Naidoo ist noch gar nicht an dem Punkt angekommen, dass er seine F-Diagnose akzeptiert.
Was sind denn deiner Meinung nach die richtigen Konsequenzen, die man ziehen sollte?
MMn wären das zu allererst sich zu entschuldigen und sich in ärztliche Behandlung zu begeben (scheint ja bei Kanye beides zumindest in irgendeiner Form passiert zu sein), dann natürlich hoffentlich das eigene Leben und Verhalten zu ändern, so dass man Menschen nicht mehr schadet (kann ich nicht beurteilen, wie erfolgreich das hier im Gange ist) und am Ende idealerweise auch zu versuchen, den tatsächlichen Schaden, den man begangen hat zu beheben, indem man sich an die entsprechenden Opfer wendet (scheint zumindest öffentlichwirksam noch nicht passiert zu sein?).
(Erstmal) keine Alben zu veröffentlichen sehe ich da aber als kein Teil dieser Konsequenzen (ka ob das dein Punkt war), weil Kunst zu schaffen und zu veröffentlichen (sofern nicht schädlich/hassschürend) generell erst einmal ein Recht ist, dass mMn selbst den kaputtesten und schlechtesten Menschen dieser Welt zusteht.
Letztendlich hat LevelFear natürlich auch recht, dass eine genauere Einordnung der Person in der Rezi hier vielleicht noch sinnvoll gewesen wäre.(Wobei YNK als haus- und hofeigener Kanye-Reporter das an anderer Stelle natürlich schon sehr umfänglich getan hat.)
Also sorry. Ja der Typ hat eine psychische Erkrankung, aber in kann keine Entschuldigung akzeptieren, nachdem er die menschenverachtensten Sätze rausgekotzt hat, die ein Mensch verbal im Stande ist zu artikulieren. Wie er zuerst vermummt den Holocaust geleugnet hat und das antisemitischste Zeug seit Hitler und Göbels rausgehauen hat. Sorry, nein! Ich glaube nicht daran, dass sich ein Mensch jemals von sowas verändern kann. Hast du schon mal versucht ein intellektuelles Gespräch mit Nazis zu führen? Da rennt man gegen eine Wand. Warum sollte sich bei Kanye was ändern? Taten sprechen mehr als Worte, aber selbst da würde ich Kanye nichts abkaufen. Der Typ ist durch für mich. Keine zweite Chance.
Was sollte er jetzt tun? Mir doch egal. Mir ist nur wichtig, dass diese Person als das betitelt wird, was er ist: Ein verabscheuenswerter Schwurbler und Antisemit. Soll er doch Musik machen und daran Geld verdienen, aber wenn's nach mir geht, soll er pleite gehen. Solche Leute gehören meiner Meinung nach nicht auf eine Bühne. Soll er Musik machen, aber es gehört ignoriert zu werden.
Wichtig ist doch nicht, was ER machen soll, sondern wie WIR mit dem Typen umgehen.
Bei solchen "Entschuldigungen" muss ich immer an South Park denken: https://www.youtube.com/watch?v=9u0EL_u4nvw
"Ich glaube nicht daran, dass sich ein Mensch jemals von sowas verändern kann."
Das ist dann vor allem deine eigene geistige Beschränkung, die du möglichst schnell über Bord werfen solltest. (Ganz unabhängjg davon ob das bei Kanye hier überhaupt der Fall ist)
Unsere eigenen Gefühle sollten wir hier auch nochmal etwas abstrakter unter das Beobachtungsglas nehmen. Warum macht uns eine Bühnenfigur wie Kanye West so wütend? Ist das was er sagt verletztend? Womöglich. Sollten wir uns davon beirren lassen? Eher nein. Lassen wir ihn doch machen und halten dabei unsere Gefühle im Gleichgewicht. Ärgern wir uns doch lieber über den Wal-Flüsterer oder dass Benzin teuer ist. Das hat direkt mit unserem Alltag zutun. Der Clou ist: die Denkprozesse abstrahieren, das Fühlen auf das Konkrete im Umfeld lenken.
mir is egal was kanye sagt oder twittert. Seine Legacy ist heftig gut. Das neue Album juckt leider.
Lol, ich mach mal einen überzogenen Vergleich:
Mir ist egal was Hitler sagte oder getan hat. Seine Kunstwerke und sein Buch sind heftig gut. Die neue AfD juckt leider.
Dein Vergleich hinkt. Hitlers Bilder sind bestenfalls mid, sein Buch ist sehr schlecht (habe es nur halb gelesen). Kanyes Werk hingegen wird größtenteils von vielen gefeiert, Hitlers Werk wurde das (abseits von Pflichtkäufen) nie wirklich, selbst diejenigen, die vorgeben Mein Kampf zu mögen haben es meist nie gelesen.
Desweiteren ist zwischen was Kanye getan hat und was Hitler getan hat nochmal ein extremer Unterschied.
häh. kanye ist ein (talentierter) afroamerikanischer Musiker, mit schweren psychischen Problemen, eventueller missbrauchserfahrung aber mit viel geld und keinerlei regularien oder begrenzungen für die dinge, in seinem kopf, der in erster linie musik gemacht und danach gemeine dinge auf social media gesagt hat bzw lustige hemden gestaltet hat.
der führer hingegen...
„Die grösste Bedrohung geht nicht aus von Extremisten und bösartigen Genies, sondern von durchschnittlichen Dödeln, die mit unbegrenzten Befugnissen und keinerlei Verantwortung für ihr Tun ausgestattet werden.“
- Irgendwer (vielleicht Albert Einstein) über irgendwen oder irgendwas (vielleicht deutscher Faschismus, vielleicht aber auch Chipmunk Funk)
Dieser Kommentar wurde vor 18 Tagen durch den Autor entfernt.
@Arendt: Was soll das heißen? Klingt wie aus dem Hintern gezogen.
"mir is egal was kanye sagt oder twittert. Seine Legacy ist heftig gut. Das neue Album juckt leider."
Sowas wie dich nennt man Mitläufer und jeder Autokrat würde sich nach Untertanen wie dir die Finger lecken.
@pedrolino:
1. du verwechselst Trennung von Werk und Autor mit Zustimmung oder Toleranz gegenüber Handlungen in einem autokratischen Regime oder gegenüber dessen Ideologie.
2. anstatt Argumente gegen die legitime subjektive Einstellung zur Beziehung zwischen Werk und Autor zu nennen argumentierst du ad hominem mit einem unscharf definierten Schmähbegriff, „Mitläufer“, welcher das Spannungsfeld und Machtmissverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft häufig sträflich ignoriert.
3. ich bezweifle sogar, dass es sich dabei um den bevorzugten Menschenschlag jedes Autokraten handelt, sind das nicht viel wahrscheinlicher Opportunisten oder Fanatiker einer bestimmten Idee? Anyway, wie schon der Beitrag von LevelFear eine unangemessene Schmähung, die mehr schadet, als sie nützt, in dem sie an einer Linie separiert, welche euch in eurer proklamierten politischen Position zum Nachteil gereicht.
Bei allem vorherigen Beef liebe ich Caps für diese Momente, in denen er Nullen wie Pedrolino zerlegt, immer noch wirklich sehr.
ich fand capslokk gut als er war nett und freundlich und nicht einsam und verbittert wie heute
@gueldi: ich mag dich auch trotz mancher Meinungsverschiedenheit. Aber Pedrolino ist >0, und es ist nicht meine Intention ihn zu zerlegen, sondern eher helfen zusammenzusetzen.
@Elmo: auch wenn das nicht hierhin gehört, ich bin in den letzten Jahren relativ erfolgreich darin meine innere Einsamkeit zu überwinden und mich selbst zu mögen. Verbittert bin ich auch noch nicht, nur entsetzt über so vieles, das sich mir über die Jahre offenbart hat. Enttäuscht, dass die Welt nicht so ist, wie sie mir als Kind verkauft wurde. Wütend über die Scheiße, die so viele Menschen erdulden müssen.
ja bruder ich kenne auch diese gefühl wir werden alle mal erwachsene
Ich denke schon, dass das hier hin gehört. Es sind nunmal deine Gefühle, dazu würde ich auch stehen. Wut ist völlig normal und angebracht. Wo kämen wir hin, ohne Wut? Die Enttäsuchung über die Welt erleben wir ja tatsächlich zwei Mal: einmal in der frühen Jugend bzw. später dann im Vergleich, was das Moralische angeht, am Ende dann, wenn wir realisieren, dass der Tod immer näher kommt. Er bildet eine unmissverständliche Linie zu unserer Realität. Das ist die wahre Enttäuschung, die jedoch, so nehme ich jetzt an, als solche nach dem Übertritt selbst erlischt.
Ich würde eher sagen: da sind keine Erwachsenen, da sind nur wir, elmo.
Uh Losti, du Armer, wenn du dich noch nicht mit der Gewissheit des Todes abgefunden hast tust du mir Leid.
Ich denke, dass die Seele nach dem Tode weiterlebt, so wie die Blätter, die jeden Frühling auf's Neue erknospen, oh Capses.
Yo, wenn du schaffst das weiter ganz fest dran zu glauben wirst du nicht enttäuscht werden!
Du hast in deinem Schmerz zu viele Mauern hochgezogen. Diese müssen suckzessive abgebaut werden, das braucht aber Zeit. Ich sehe das und akzeptiere das.
Alles klar, ich werde dich nicht mehr daran erinnern, dass der Tod das definitive Ende deiner Existenz sein wird, damit du weiter deine Illusion aufrecht halten kannst!
@caps: Alles klar, Du Menschenfreund
Und natürlich hast du damit recht. Aber, ach dieses Internetz, it makes me evil und krawallig, was kann ich tun?
@caps: „73% aller Zitate im Internet werden spontan und nach Notwendigkeit völlig frei erfunden.“
- Benjamin Franklin
Jetzt aber mal ebenso ernstlich und ernsthaft, die Essenz des oben Erfundenen ist mir irgendwann während der Schulzeit mal vor die Füße gefallen, und ich kann leider wirklich nicht mehr eruieren, wo es herkam. Ich bin mir allerdings relativ sicher, dass er mir im Zusammenhang mit Erklärungsansätzen zum Holocaust begegnet ist (spezifisch im Kontext der strukturalistischen Forschung im Geiste Hans Mommsens - oder zumindest würde es dort hinpassen).
Halte den Gedanken aber tatsächlich insofern interessant, als dass er die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung für Prozesse aufwirft, die ja „eigentlich“ ablehnenswert erscheinen mögen.
- Wie, wann und unter welchen Umständen wird jemand in die Lage versetzt (absichtlich oder unbeabsichtigt) richtig, richtig reinzuscheissen? Welche Schranken und Sperrmechanismen müssen außer Kraft gesetzt worden sein, um Das Ungewollte geschehen zu lassen?
Und bevor jetzt jemand das behauptet: Nein, ich möchte einen Völkermord weder mit peinlichen individuellen Selbstdemontagen noch in der Öffentlichkeit ausgestellten geistigen Störungen noch mit irgend einem anderen Prozess gleichsetzen; bitte, danke.
Frage mich, warum es HH nicht aufs Album geschafft hat
All the love finde ich leider ziemlich gut.
Zwei Punkte ist ehrlich gesagt noch zu viel. Ich vermeide es normalerweise eher, Künstler an ihrem früheren Werk zu messen, doch ihr könnt mir nicht sagen, dass wenn der Kanye von 2004-2013 die Songs auf diesem Album gehört hätte, er sagen würde: "Wow, das werde ich so releasen." Sehr vieles wäre sogar als Demo-Leak scheiße gewesen und alle die sagen, dass das irgendwie gut ist, ihr seid vollkommen delulu. Das Mixing ist auch wieder gottlos beschissen.
Zwei Songs fand ich interessant ("Sisters & Brothers", "Beauty & The Beast"), ja, interessant, aber nicht gut. Und das ist im Endeffekt auch das größte Problem des gegenwärtigen Ye: Er ist furchtbar langweilig geworden. Er stand früher für Innovation und Progression innerhalb des Genres und jedes Release bis TLOP war ein Erlebnis für sich. Vielleicht gab es hier und da ein paar Lichtblicke und die Seelenlosigkeit seiner Musik hat sich noch nicht durch die Albenn insgesamt gezogen, doch schon mit TLOP dachte ich mir, dass das alles Sounds sind, die er bereits hatte.
Nee Leute, das Album wird nichts reißen und auch in ein paar Jahren nichts gerissen haben. Es wird wie die Vultures-Dinger auftauchen, ein paar Leute abfucken, ein paar seiner dummen Fans glauben lassen, er hätte es noch drauf und dann wieder verschwinden, bis er zu seinem darauffolgenden Album den nächsten Crashout kriegt und wieder Dinge tut, für die er sich brav entschuldigen wird.
Bin da ganz bei der Einschätzung aus der Review. Trotz einiger gelungener Songs (insbesondere „All the love“) nur ein schwacher Abklatsch seines früheren Outputs. Hier und da geistern ein bisschen Chipmunk Soul, die Synths von MBDTF oder gesungene Vocals im Stil von TLOP durch „BULLY“, aber zu einem eigenen, kohärenten Sound findet das Album nicht. Auch die Lyrics lesen sich mitunter so, als wären sie von der AI geschrieben worden. Unterm Strich ist das zwar immer noch deutlich besser als alles seit „Donda“, aber die Messlatte dafür hing ehrlich gesagt auch sehr niedrig. Immerhin bleibt die leise (und wahrscheinlich unberechtigte) Hoffnung, dass Kanye seine eigene Talsohle durchschritten hat, auch wenn die halbgaren Entschuldigungen für den ganzen Bullshit der letzten Jahre mir enorm sauer aufstoßen.
Subjektiv: Selbst P.Diddy würd für den Schrott keine Tube Babyöl spendieren hehe...
Objektiv:Lach+strafhaft für denjenigen der seine Musik je feiern konnte