Das Duo sorgte für den größten Pop-Skandal der 90er: Nun erscheinen eine Doku und ein Kinofilm.

Konstanz (jmb) - Vor 35 Jahren gründete der Münchner Star-Produzent Frank Farian das Pop-Duo Milli Vanilli. Die Tänzer Fab Morvan und Rob Pilatus erlangten innerhalb kürzester Zeit weltweiten Ruhm, verkauften Millionen Alben und erhielten gar einen Grammy. Doch das Ganze entpuppte sich als Lüge - weder Morvan noch Pilatus hatten jemals auch nur eine Zeile gesungen. Dennoch zählen Milli Vanilli bis heute zu den erfolgreichsten deutschen Musik-Exporten.

Das Jubiläum ist Grund genug, um die skandalträchtige Bandgeschichte noch einmal Revue passieren zu lassen. Am 24. Oktober erscheint beim Streaming-Anbieter Paramount+ die Doku "Milli Vanilli". Die Recherche enthülle neue Details zum Auf- und Abstieg des Skandal-Duos:

Regisseur Luke Korem wirft u.a. ein Licht auf die dubiosen Bedingungen des Vertrags, den das Duo Anfang 1988 unterschrieben hatte. Beide hätten wie Marionetten performen und nicht selbst singen dürfen, das große Geheimnis musste auch stets gewahrt bleiben.

"Über 30 Jahre lang wurde die Geschichte von Milli Vanilli - insbesondere von Rob und Fab - auf sensationelle Schlagzeilen reduziert", heißt es in einer Pressemitteilung. "Mit dieser Dokumentation lüften wir den Vorhang der Popmusik. Anhand von Interviews mit den echten Sängern, Plattenfirmen, dem Produzenten, der hinter dem Betrug steckt, und exklusiven Interviews mit Rob und Fab enthüllen wir die Wahrheit über diese komplexe, spannende und dramatische Geschichte."

Passend dazu kommt im Dezember noch das Biopic "Girl You Know It's True" (Regie: Simon Verhoeven) in die Kinos. Wann der Streifen anläuft, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass Matthias Schweighöfer die Rolle von Frank Farian übernimmt. Als Executive Producer agieren ehemalige Mitarbeiter und Hinterbliebene aus dem Produktionsteam bzw. Umfeld Milli Vanillis.

Milli Vanillis Karriere war 1990 zu einem abrupten Ende gekommen, als sich die Betrugsgerüchte als wahr herausstellten. Pilatus bestätigte offiziell, dass er und Morvan bei Auftritten nur ihre Lippen zum Gesang von Studiomusikern wie Brad Howell, John Davis und Charles Shaw bewegt hatten. Ihren Grammy mussten Milli Vanilli folgerichtig zurückgeben.

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laut.de-Porträt Milli Vanilli

Ihre Geschichte zählt zu den größten Pop-Skandalen der Musikindustrie: Das Duo Milli Vanilli, dessen Name eher nach einer Eissorte als nach Musik klingt, …

8 Kommentare mit 25 Antworten

  • Vor 2 Jahren

    Als nächstes kommt ein Rapper, der nicht über die Existenz eines kommenden Albums Bescheid weiß, weil es vom Label komplett mit KI produziert wurde.

    • Vor 2 Jahren

      Davon sind wir noch ein paar Jahre entfernt

    • Vor 2 Jahren

      Für alle, die es interessiert: stable AI haben einen Dienst gestartet, bei dem mensch per text2music Musikstücke synthetisieren lassen kann. Funktioniert ganz gut, aber die Ergebnisse sind noch relativ weit entfernt von Produktionsreife mMn.

  • Vor 2 Jahren

    Würde heute niemanden mehr jucken. Show ist ja viel wichtiger.

    • Vor 2 Jahren

      Ich glaube auch, dass es öfters passiert, als man glaubt. Gab ja z. B. dieses 2010er Michael Jackson-Album, wo wohl sicher sei, dass viele Songs von einem Imitator gesungen wurden.

      Oder als Gucci Mane mal für eine Weile ins Gefängnis kam, wurden in der Zeit mehrere Mixtapes veröffentlicht. Klar kann es da sein, dass es einfach Songs waren, die noch rumlagen. Aber damals waren noch Quavo und Young Dolph mit ihm stärker involviert via Label und beide haben zeitweise dieselbe Vortragsweise wie er gehabt, wenn nicht sogar dieselbe Stimme. Da kann ich mir durchaus vorstellen, dass da beide einfach ihn gespielt haben bei besagten Mixtapes.

      Viele dachten anfangs auch, dass Desiigner eigentlich Future ist, als Panda rauskam

  • Vor 2 Jahren

    Aber zum Glück endlich mal wieder ein Film mit Schweighöfer.