VÖ: 3. Juli 2026 (Reigning Phoenix Music (Edel)) Rock
Nach bisher drei veröffentlichten Studioalbum, die allesamt in den Top-20 der Charts landeten, wollen Rauhbein nun die nächste Hürde auf ihrer Erfolgsreise nehmen. "Rebellen & Helden", so der Titel des vierten Longplayers, soll die Deutschrocker um Frontmann und Namensgeber Henry M. Rauhbein …
Gibt Deutschrock nicht immer vor "unpolitisch" zu sein, sogar wenn solche ekelhaften Bierschinken wie Frei.Wild auf der Bühne stehen? Aber interessant, dass wenn bei einem Deutschrock-Album, auf dem dann tatsächlich mal direkte politische Bezüge fehlen im Grude nur Saufen als Thema übrig bleibt.
Es kann gar nichts unpolitisch sein, genau so, wie es nicht "keine Vorurteile" gibt. Wir haben alle unsere Stigmata intus. Nehmen wir als Beispiel die Aussage, dass "die Kartoffeln heute nicht gut angebraten waren" - schon haben wir eine Ambiguität, die auch politisch sein kann.
Bierschinken? Hab ich noch nie als Beleidigung gehört, passt aber da erstaunlich gut, ich musste lachen...
Ansonsten verstehe ich immer nicht, was "Deutschrock" eigentlich für ein Genre ist. Zählen da einfach Bands mit deutschen Texten dazu, die mehr oder weniger rockige Musik machen? Oder ist das eine eigene Zuschreibung von Bands, also "wir machen Deutschrock!"?
Deutschrock vereint aggressive Gitarren mit Texten, die zum Nachdenken anregen und noch eine echte Message besitzen. Ebenso erzeugt die Musik ein Gemeinschaftsgefühl, das es nicht oft im Leben gibt. Musik, für Menschen, die noch eine eigene Meinung haben und zu ihren Werten stehen. Das ist Deutschrock.
Generell wird auf Laut sowieso alles verrissen, was auch nur im Verdacht steht, deutsche Sprache und harte Gitarren zu verbinden. Also sowohl von den Rezensenten als auch von den Kommentarspaltenbewohnern. Ob man sich auch noch mit 60 über die ach so bösen Onkelz, Freiwilds, Kärbhölzer und wie sind nicht alle heißen, aufregen wird? Wahrscheinlich würde hier zum Beuspiel jeder fünf Onkelzsongs finden, die ihm gefallen würden. Allerdings steht das wohl nicht im Parteiprogramm.
Turbostaat, Pascow, Kettcar, Feine Sahne, Broilers, Hosen, Ärzte... alles Bands mit deutschen Texten und Stromgitarren, die in den letzten Jahren hier im Großen und Ganzen immer recht gut wegkamen in den Bewertungen. Die machen aber auch nicht so einen pathetischen und weinerlichen Rotz wie die aufgezählten Kapellen. Möglich, dass es fünf gute Onkelz-Songs gibt, aber um die rauszufinden, müsste man sich halt durch 200 tendenziell beschissene Onkelz-Songs hören, und dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade.
Ich hab mit 16 alle bis zu diesem Tag existierenden Onkelzalben in chronologischer Reihenfolge durchgehört. Es gibt natürlich eingängige Songs, bei denen der Fuß bewusst mitwippt, aber eigentlich sind alle Texte ausnahmslos dumm. Entweder ist das Thema vollkommen belanglos (Wir sind die geilsten, Wir haben Durchfall in Mexiko, meine Vorstellung vom Leben nach dem Tod ist Koitus in der Luft) oder der Text zu stumpf ("Ich pisse auf die Kirche, den Vatikan und seinen Segen", "Ich sehe braune Scheiße töten"). Da ist wirklich wenig dabei, was man als erwachsener Mensch mit Anspruch ohne erheblichen Promillewert gut finden kann.
Mit 60 wird man bekanntlich etwas altersmilde, da setzt das Testosteron etwas aus. Einerseits wird man den Onkelz dann wohl vergeben (müssen) für ihre Fehler, für die sich ja bereits entschuldigten, andererseits läuft man Gefahr, aufgrund der Rentenwut hier vielleicht ein neues Ventil zu finden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Band im Spannungsfeld Biologie-Soziologie entfalten und letztendlich positionieren wird.
Ich prophezeie mal, dass, wenn ich 60 bin, sich weiterhin niemand, außer deren Fans, für die interessieren wird.
Dennoch werden die genannten Bands weiterhin massenweise Songs schreiben, deren einziges Thema es ist, wie schlimm sie unterdrückt, zensiert, gar diffamiert werden, weil sie als einzige noch aufrecht in der Kneipe stehen und ihren Weg gehen (ich nehme an, wohin der Weg denn eigentlich führt wird auch dann noch nicht geklärt sein).
Achso, die einzige Partei, bei der das Thema ansatzweise im Parteiprogramm vorkommt ist meines Wissens nach die Afd mit ihrem ganzen Gelaber über deutsche Leitkultur.
Ansonsten ist das Thema glaube ich allen halbwegs relevanten Parteien, zumindest in Bezug auf ihr Parteiprogramm, komplett wumpe. Da geht es eher um Themen wie Finanzierung und nur am Rand um konkrete Inhalte.
Aber klär mich gerne auf, auf welches Parteiprogramm du dich beziehst.
...hab jetzt noch nicht geprüft, ob das bei der AfD tatsächlich vorkommt, weiß nur, dass es bei den Grünen ab und zu auch um Heimat und schwäbische Anpassungsmodalitäten, selektiv betrachtet, geht. Es ist sowieso ein hochkomplexes Feld. Man kann das eine auch nicht mit dem anderen vergleichen.
@FunkyBob Naja, einfühlsam ist er schon. Wer so intensive Gedichte schreibt, der kann das im realen Leben nicht ausblenden, dass er ab und zu auch mal Liebe empfindet. Übrigens kenne ich einige, die im Deutsch-LK seine Lyrik umfangreich diskutiert und in verschiedene historische Epochen eingeordnet haben. Es war beeindruckend, wie flexibel Lindemann menschliche Abgründe aber auch das himmelhochjauchzende der tiefen Liebe perspektivisch anbieten konnte.
Nach bisher drei veröffentlichten Studioalbum, die allesamt in den Top-20 der Charts landeten, wollen Rauhbein nun die nächste Hürde auf ihrer Erfolgsreise nehmen. "Rebellen & Helden", so der Titel des vierten Longplayers, soll die Deutschrocker um Frontmann und Namensgeber Henry M. Rauhbein …
Tatsächlich erfrischend, dass Deutschrock auch mal unpolitisch sein kann. 3/5 passt.
Gibt Deutschrock nicht immer vor "unpolitisch" zu sein, sogar wenn solche ekelhaften Bierschinken wie Frei.Wild auf der Bühne stehen?
Aber interessant, dass wenn bei einem Deutschrock-Album, auf dem dann tatsächlich mal direkte politische Bezüge fehlen im Grude nur Saufen als Thema übrig bleibt.
Es kann gar nichts unpolitisch sein, genau so, wie es nicht "keine Vorurteile" gibt. Wir haben alle unsere Stigmata intus. Nehmen wir als Beispiel die Aussage, dass "die Kartoffeln heute nicht gut angebraten waren" - schon haben wir eine Ambiguität, die auch politisch sein kann.
Bierschinken? Hab ich noch nie als Beleidigung gehört, passt aber da erstaunlich gut, ich musste lachen...
Ansonsten verstehe ich immer nicht, was "Deutschrock" eigentlich für ein Genre ist. Zählen da einfach Bands mit deutschen Texten dazu, die mehr oder weniger rockige Musik machen? Oder ist das eine eigene Zuschreibung von Bands, also "wir machen Deutschrock!"?
Deutschrock vereint aggressive Gitarren mit Texten, die zum Nachdenken anregen und noch eine echte Message besitzen. Ebenso erzeugt die Musik ein Gemeinschaftsgefühl, das es nicht oft im Leben gibt. Musik, für Menschen, die noch eine eigene Meinung haben und zu ihren Werten stehen. Das ist Deutschrock.
Bah. Musik für Populino.
Ich wäre so gerne jemand der sich in dieser Musik wieder findet und bei den Texten rührseelig wird. Ich wäre wahrscheinlich glücklich.
Richtiger Friedrich Kautz Kommentar hier mal wieder
https://youtu.be/fB-rw5PiZfk?is=RRfNqahAOS…
Rührend.
Musik für den mittelealten Alkoholiker-Detlef mit Leberschaden. Ungehört 1/5
Drei Top-20-Alben? Und trotzdem noch nie was von dem gehört.
Naja, ein Top-20 Album bedeutet heutzutage ca. 2000 verkaufte Einheiten.
Generell wird auf Laut sowieso alles verrissen, was auch nur im Verdacht steht, deutsche Sprache und harte Gitarren zu verbinden. Also sowohl von den Rezensenten als auch von den Kommentarspaltenbewohnern. Ob man sich auch noch mit 60 über die ach so bösen Onkelz, Freiwilds, Kärbhölzer und wie sind nicht alle heißen, aufregen wird? Wahrscheinlich würde hier zum Beuspiel jeder fünf Onkelzsongs finden, die ihm gefallen würden. Allerdings steht das wohl nicht im Parteiprogramm.
Hier wird nicht alles verrissen was deutsche Sprache mit Gitarren verbindet, es wird verrissen weil es meistens pathetische Scheißmusik ist.
Turbostaat, Pascow, Kettcar, Feine Sahne, Broilers, Hosen, Ärzte... alles Bands mit deutschen Texten und Stromgitarren, die in den letzten Jahren hier im Großen und Ganzen immer recht gut wegkamen in den Bewertungen.
Die machen aber auch nicht so einen pathetischen und weinerlichen Rotz wie die aufgezählten Kapellen.
Möglich, dass es fünf gute Onkelz-Songs gibt, aber um die rauszufinden, müsste man sich halt durch 200 tendenziell beschissene Onkelz-Songs hören, und dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade.
Ich hab mit 16 alle bis zu diesem Tag existierenden Onkelzalben in chronologischer Reihenfolge durchgehört. Es gibt natürlich eingängige Songs, bei denen der Fuß bewusst mitwippt, aber eigentlich sind alle Texte ausnahmslos dumm. Entweder ist das Thema vollkommen belanglos (Wir sind die geilsten, Wir haben Durchfall in Mexiko, meine Vorstellung vom Leben nach dem Tod ist Koitus in der Luft) oder der Text zu stumpf ("Ich pisse auf die Kirche, den Vatikan und seinen Segen", "Ich sehe braune Scheiße töten"). Da ist wirklich wenig dabei, was man als erwachsener Mensch mit Anspruch ohne erheblichen Promillewert gut finden kann.
"Ob man sich auch noch mit 60 über die ach so bösen Onkelz, Freiwilds, Kärbhölzer und wie sind nicht alle heißen, aufregen wird?"
Nicht zwingend, aber ab 60 kickt ja bei manchen auch die Demenz rein.
Mit 60 wird man bekanntlich etwas altersmilde, da setzt das Testosteron etwas aus. Einerseits wird man den Onkelz dann wohl vergeben (müssen) für ihre Fehler, für die sich ja bereits entschuldigten, andererseits läuft man Gefahr, aufgrund der Rentenwut hier vielleicht ein neues Ventil zu finden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Band im Spannungsfeld Biologie-Soziologie entfalten und letztendlich positionieren wird.
Ich prophezeie mal, dass, wenn ich 60 bin, sich weiterhin niemand, außer deren Fans, für die interessieren wird.
Dennoch werden die genannten Bands weiterhin massenweise Songs schreiben, deren einziges Thema es ist, wie schlimm sie unterdrückt, zensiert, gar diffamiert werden, weil sie als einzige noch aufrecht in der Kneipe stehen und ihren Weg gehen (ich nehme an, wohin der Weg denn eigentlich führt wird auch dann noch nicht geklärt sein).
Achso, die einzige Partei, bei der das Thema ansatzweise im Parteiprogramm vorkommt ist meines Wissens nach die Afd mit ihrem ganzen Gelaber über deutsche Leitkultur.
Ansonsten ist das Thema glaube ich allen halbwegs relevanten Parteien, zumindest in Bezug auf ihr Parteiprogramm, komplett wumpe. Da geht es eher um Themen wie Finanzierung und nur am Rand um konkrete Inhalte.
Aber klär mich gerne auf, auf welches Parteiprogramm du dich beziehst.
...hab jetzt noch nicht geprüft, ob das bei der AfD tatsächlich vorkommt, weiß nur, dass es bei den Grünen ab und zu auch um Heimat und schwäbische Anpassungsmodalitäten, selektiv betrachtet, geht. Es ist sowieso ein hochkomplexes Feld. Man kann das eine auch nicht mit dem anderen vergleichen.
Das, was Horst sagt. Dazu noch Fjord, Selig, Kante, Mutter… alle tendenziell positiv besprochen worden.
Selbst Lindemann kriegt hier 3/5, während er in seiner Tanzlehrerin steckt.
@FunkyBob
Naja, einfühlsam ist er schon. Wer so intensive Gedichte schreibt, der kann das im realen Leben nicht ausblenden, dass er ab und zu auch mal Liebe empfindet. Übrigens kenne ich einige, die im Deutsch-LK seine Lyrik umfangreich diskutiert und in verschiedene historische Epochen eingeordnet haben. Es war beeindruckend, wie flexibel Lindemann menschliche Abgründe aber auch das himmelhochjauchzende der tiefen Liebe perspektivisch anbieten konnte.
@Losti
Ich weigere mich, das nicht als Ironie zu deuten.
@gueldi
Mutter!
Die hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Absolut geil.
@Giz: Ja, total! Europa Gegen Amerika hat mich echt umgeboxt damals. Würde ich so gerne mal live sehen…
"Aber klär mich gerne auf, auf welches Parteiprogramm du dich beziehst."
Das Parteiprogramm, dass besagt, dass man als Linker nicht Onkelz oder Kärbholz hören kann, weil das sonst die Ärger mit dem Politbüro gibt.