Macht, Verantwortung und Spiritualität. Dass Dave in seinen erzählerischen Songtexten große Themen behandelt, ist nichts Neues für die Szene, aber in diesem Album zeigt er sich noch reifer und nachdenklicher als bisher.

"The Boy Who Played The Harp" ist ein ehrliches, tief emotionales Album mit …

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  • Vor einem Monat

    Bestimmt ein textlich anspruchsvolles Hörbuch und gleichzeitig klingt es in der Review so lahmarschig und bräsig, dass ich es mir wohl nie anhören werde.

  • Vor einem Monat

    Album davor ist 5 Sterne, dieses lahmt schon teilweise.

  • Vor einem Monat

    "Zum Ende stellt sich der Rapper selbst erneut in Frage: "Am I one of them? The men of the past, who catcalled or spoke in bars?"

    Wie kann's da Verwirrung geben? Entweder du hast derlei getan oder nicht. Wieso weiß er nicht, ob er je gecatcalled hat?

    • Vor einem Monat

      Alkohol oder Substanzen bedingte Lücken im Langzeitgedächtnis eventuell. Oder halt einfach dämlich. Wie die Leute, die sich mit Fragen wie "Wer ist das?", wenn es um irgend eine bekannte Persönlichkeit geht, lieber öffentlich im Netz zum Trottel machen, statt fünf Sekunden Google, Bing oder eine andere Alternative zu bemühen.

    • Vor einem Monat

      Vielleicht gelten solche "Fragen" bei der Zielgruppe auch als deep. Wer weiß.

    • Vor einem Monat

      Hmm ja nee, das mit den Substanzen macht schon Sinn, hab ich nicht dran gedacht

    • Vor einem Monat

      Wenn Alkohol eine Rolle spielt(e), wäre "spoke in bars" dann wiederum schon auch noch eine nette Doppeldeutigkeit :)

  • Vor einem Monat

    Es ist wie ein berührender podcast mit drums, den man immer wieder hören will.

  • Vor einem Monat

    Auch wenn das Album schon etwas länger raus ist, muss ich noch meine vertiefte Meinung ins Internet blasen. Auch wenn es keiner mehr lesen mag auf der Datenautobahn. Denn dieses Album ist ein Meisterwerk. Und für mich mit Abstand das Album des Jahres. In einem zumindest HipHop technisch starken Jahr.

    Ich habe mich noch vor einem Jahr etwa mit jemandem über "we're all alone in this together" unterhalten und das Statement geäußert, dass mir unklar ist, wie Dave dieses Album jemals erreichen wollen wird. Geschweige denn toppen. Zu perfekt war der Vorgänger, zu in sich schlüssig. Es fühlt sich an, als hätte Dave mit Psychodrama und eben diesem Album alles gesagt. Den Höhepunkt musikalisch erreicht. Und ich mag es sehr, wenn Künstler auf dem Höhepunkt aufhören. Aufhören, wenn ihre Geschichte "auserzählt" scheint (Brand new lassen grüßen). Wenn es nicht mehr besser werden kann, wieso versuchen.

    Und nun steht dieses Album hier und ist noch besser. Das Album ist wie ein Spaziergang mit einem Freund, mit dem man eine wahnsinnig innige, ehrliche Freundschaft hat und den man sehr selten sieht. Man geht zwei Stunden spazieren und hat danach das Gefühl, diesen Menschen vollständig zu sehen. Was er erlebt hat, was er denkt, wer er ist und vor allem wieso. Dave ist ehrlich, er geht in die Tiefe und er geht dahin, wo es weh tut. Und dann geht er wieder.

    Dieses Album ist so vieles. Es ist persönlich und doch universell. Es ist autobiographisch und doch politisch. Es ist schwer in den Themen und doch leicht zu hören. Es ist viel Melodie und doch gleichzeitig viel Wort. Es ist intim und verletzlich und doch swaggy. Es hat Style, in seiner Gebrochenheit.

    Es ist Dave's leichtestes Album bisher. Es ist kein Intro mit Psychologen und kein songende mit Weinender Mutter. Es ist trotzdem der Freund, der fordert die Geschichte seiner missbrauchten Schwester zu erzählen. Es ist Dave's nächster Schritt, raus aus dem "schau wo ich her komme", hin zu dem "ich schaue wo ich hin kann".

    Wie bereits gesagt, es ist mein Album des Jahres. Und es ist eben kein Shakespeare. Ich mag Shakespeare nicht und Shakespeare heute ist eher Taylor Swift, oberflächliches Blabla garniert mit pseudo klugen blabla. Es ist eher wie Goethe zu seinen besten Zeiten. Faust 1. Oder Sartre als Schriftsteller. Persönlich, intim, trotzdem philosophisch, sozial, politisch, engagiert. Es ist aber kein Goethe zu Faust 2 oder Kendrick Lamar. Man braucht kein Wörterbuch, einen Dr. Und zwei Wochen Studium, um diesen prätentiösen Scheiß zu decodieren. Dave ist am ehesten zu vergleichen mit OG Keemo auf wenigen Tracks. Er malt im Kleinen große Bilder und öffnet Wunden und stellt sie zur Schau. Er trifft jeden und vor allem sich selbst. Er zeigt mit einem Finger mach draußen und mit zwei auf sich.

    Und er tut genau das, was im HipHop leider viel zu selten vorkommt. Er hinterfragt sich selbst. Er fragt "am I one of them", weil er versteht, dass es um mehr geht, als metoo. Es geht allein schon darum, sich selbst zu hinterfragen, weil man zu einer Frau Kontakt hat, nur weil man sie attraktiv findet. Weil man Freunde hinter sich lässt, nur weil sie kritisch auf einen blicken. Er hinterfragt nicht nur das offensichtliche, sondern alles und sich selbst.

    Lange Rede, kurzer Sinn, dieses Album ist ein Meilenstein. Und wer es nicht gehört hat, sollte es unbedingt tun.

    • Vor 18 Tagen

      Fantastische Review, die genau beleuchtet, warum dieser Künstler so einzigartig ist. Der Seitenhieb gegen K-Dot ist allerdings völlig unnötig. Schließlich braucht's genau solche Musiker, die eine solche künstlerische Tiefe in diese durchgeplante Plastik-Szene reinbringen. Nichtsdestotrotz Album des Jahres, unglaubliches Teil.

    • Vor 18 Tagen

      "Shakespeare heute ist eher Taylor Swift" was für eine peinliche unzusammenhängende Scheiße

    • Vor 18 Tagen

      „Und es ist eben kein Shakespeare. Ich mag Shakespeare nicht und Shakespeare heute ist eher Taylor Swift, oberflächliches Blabla garniert mit pseudo klugen blabla.“

      Ich schlage die Hände über dem Kopf zusammen und bemitleide alle SuS, die von dir versaut werden.

      „Persönlich, intim, trotzdem philosophisch“

      Es geht also noch dümmer, hm?

    • Vor 17 Tagen

      in titus andronicus wird titus tochter unter anderem von einem dunkelhäutigen sklaven vergewaltigt. außerdem werden ihr die hände abgeschnitten und die zunge rausgeschnitten.

      dann versucht die tochter irgendwie zu erklären, was ihr passiert ist und etwas später gibt es dann eine szene, wo es auch um eine fliege geht, die an besagten dunkelhäutigen sklaven erinnert und dann versucht besagte tochter ohne hände(!!!) diese fliege zu killen.a :koks: :koks: :koks:

      wie kann man das nicht mögen?`

      irgendwann werden dann auch leute umgebracht, klein gehackt, gekocht und als pasteten serviert, womit klar sein dürfte, woher dieser game of thrones dude seine ideen her hat(te)