laut.de-Kritik

Auf dieser Hasenjagd kracht es gewaltig.

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In der hektischen Welt der Musik kann es unerwartet schnell gehen. Im Fall des neuen Ghostkid-Albums "Follow The White Rabbit" rieben sich nicht nur eingefleischte Fans verwundert die Augen, als es hieß, man wolle schon kurz nach dem nahezu kompletten Kaderwechsel im Frühjahr bereits im Spätsommer 2026 mit dem vierten Studioalbum um die Ecke kommen. Die Band hielt aber tatsächlich Wort. "Follow The White Rabbit" folgt dem Konzept hinter einer verzerrten Neuausrichtung des Märchens "Alice Im Wunderland".

Die Neuen im Bunde sind für Genrefans keine Unbekannten. Neben Frontmann und Mastermind Sebastian "Sushi" Biesler unterstützen Caliban-Gitarrist Iain Duncan, Ex-We Butter The Bread With Butter-Bassist Axel One und ein gewisser David Friedrich am Schlagzeug das Projekt. Und das 'süße' weiße Häschen mit den großen schwarzen Augen ist kaum losgehoppelt, da folgen ihm schon scheppernde Drums und wuchtige Gitarrenwände, wie man sie aus der Branche kennt. Hypnotische Keys und der leidende Gesang tun ihr Übriges, um die passende Dramatik zu verbreiten ("Ivory").

Sushi kann aber auch ganz anders, wie er im folgenden "Mother Death" eindrucksvoll unter Beweis stellt: Kreischend, schreiend und fauchend taucht der Leadsänger in tiefe Abgründe. Im Flüsterton beginnend, folgt die Explosion. Die klassische Achterbahnfahrt der Gefühle, die das Metalcore-Genre so gerne lostritt, lässt sich nicht aufhalten.

Ghostkid liefern das volle Programm. In beeindruckenden Arrangements entladen sich Emotionen und bilden eine mächtige Wolkenwand über detailverliebt erzählten Storylines: "Sobald man den Kaninchenbau hinuntergeht, begegnet man vielen beängstigenden, seltsamen und verstörenden Dingen, die einen an der eigenen geistigen Gesundheit zweifeln lassen. Genau darum geht es auf diesem Album", so der Frontmann.

Vor internationalen Größen wie Bring Me The Horizon, Avenged Sevenfold oder Falling In Reverse brauchen sich Ghostkid mit "Follow The White Rabbit" jedenfalls keineswegs zu verstecken. Hier greift ein Rad ins andere, von der Produktion über den Gesang bis hin zur ansteckenden Spielfreude: Ghostkid liefern ab.

Der Titeltrack baut sich langsam auf und mündet in ein noisiges Metalcore-Feuerwerk, das überall Panik und Chaos hinterlässt. "Purple Snakes" nimmt ähnlich Fahrt auf, nur nimmt der Refrain etwas mehr Rücksicht auf empfindlicheree Ohren. Knallen tuts aber nicht weniger. Wenn die Kinder mit geladenen Waffen spielen, fühlt man sich kurzzeitig an Die Happys Kracher "Supersonic Speed" erinnert ("Give Your Kids A Gun To Play").

Mit dem mystischen "Neon" und dem kleinen Soundbrüderchen ("Lovely") tauchen Ghostkid gar noch tiefer in massenkompatiblere Gefilde ab. Der immer noch durchweg unterhaltsamen Hasenjagd schadet das aber nicht – ganz im Gegenteil. Ein bisschen Abwechslung tut immer gut. Den stimmigne Abschluss liefern "Unconditionally" und "White Rainbow". So muss der Hase laufen.

Trackliste

  1. 1. The End
  2. 2. Ivory
  3. 3. Mother Death
  4. 4. I Destroyed You
  5. 5. Follow The White Rabbit
  6. 6. Purple Snakes
  7. 7. Give Your Kids A Gun To Play
  8. 8. Neon
  9. 9. Unconditionally
  10. 10. Lovely
  11. 11. White Rainbow

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