laut.de-Biographie
Kim Gordon
Kim Gordon ist eine jener Künstlerinnen, deren Ausstrahlung nie verblasst. Sie gilt als "Uber-Woman", die sich in der Männerdomäne Rock'n'Roll mit Intelligenz und nie nachlassenden künstlerischen Ambitionen behauptet, eine Art unverwüstliches Idol aller PJ Harveys und Kim Deals. Als erreicht die frühere Bassistin und Sängerin von Sonic Youth mit ihrem Song "Bye Bye" im Jahr 2024 als 71-Jährige eine ganz neue Generation von Musikliebhabern auf TikTok.
In dem Song ihres zweiten Soloalbums "The Collective"" zählt sie mit sinnlicher Stimme Dinge auf, die man unbedingt braucht. Darunter etwa ein schwarzes Kleid, ein Vibrator und Schlaftabletten.
Auf TikTok wird der Song zum Soundtrack für Videos von Teenagern, die eine Reise vorbereiten. Währenddessen spiegeln die dissonanten Beats die Widersprüche unserer modernen Gesellschaft wider - Punk eben.
Gordon kommt am 28. April 1953 in Rochester, New York zur Welt. Aufgrund der Profession ihres Vaters als Dekan der UCLA lebt sie ein Jahr auf Hawaii und in Hongkong. Ihr Bruder Keller leidet an paranoider Schizophrenie und ist ein prägender Einfluss auf ihren Charakter sowie die ersten künstlerischen Versuche als Malerin und Bildhauerin.
Nach ihrem Abschluss am Otis College Of Art And Design in Los Angeles zieht Gordon 1980 nach New York. Dort beginnt ihr Leben mit der Kunst, mit Sonic Youth und mit ihrem zukünftigen Ehemann Thurston Moore.
Sie taucht in die No Wave-Szene in Downtown ein und lernt über eine Freundin Lee Ranaldo und Moore kennen. Nach Jobs in Kunstgalerien nimmt sie mit 27 Jahren erstmals ein Instrument in die Hand und so beginnt 1981 schließlich das Kapitel Sonic Youth. Ähnlich wie The Velvet Underground prägt die Gruppe eine ganze Generation von Indie- und Alternative-Bands der 80er Jahre.
2011 erfährt die Welt von der Trennung Gordons mit Moore nach 27 Ehejahren. Aus der Beziehung stammt die gemeinsame Tochter Coco. Damit ist auch das Ende der Band Sonic Youth besiegelt. 2015 schreibt Gordon das Buch "Girl In A Band" und reflektiert ihr Leben mit Sonic Youth und führt in einer filmreifen Soap-Story aus, wie ein Seitensprung ihres Ex-Mannes zur Trennung geführt habe. In der Folge zieht sie von Northampton, Massachusetts nach L.A. um.
Mit Bill Nace veröffentlicht sie zwischen 2013 und 2018 zwei Alben und einige EPs als Body/Head, 2019 dann ihr Solo-Debüt "No Home Record", das eine kaputte Klanglandschaft zeichnet, zusammengehalten von Trümmern aus Industrial, Noiserock und fiebrigen Elektrobeats. 2023 veranstaltet sie einen Flohmarkt bei sich in Los Angeles, bei dem Sie einen Teil Ihrer begehrten Garderobe verkauft. Der Erlös geht an ein Zentrum für obdachlose Frauen.
Mit Produzent Justin Raisen (KiD CuDi, Charli XCX) entsteht 2024 auch das erwähnte, Trap-angehauchte "The Collective", das die Absurdität einer von Technologie beherrschten Welt thematisiert.
Mit Raisen findet sie immer wieder neue Wege, sich auszudrücken. 2026 gedeiht die Zusammenarbeit erneut und fließt mit "Play Me" in ein konzentriertes, direktes Album ein, das Gordons melodischere Seite betont und mit dem motorischen Drive des Krautrock vereint.
Abseits der Bühne sieht man Gordon auf Laufstegen für verschiedene Modekampagnen, darunter Saint Laurent und Marc Jacobs. Auch auf der großen Leinwand und in TV-Serien ist die Filmfanatikerin über die Jahre zu bewundern ("Last Days", "I'm Not There", "Gilmore Girls", "Gossip Girl"). 2026 spielt Gordon in Kristen Stewarts Regiedebüt "The Chronology Of Water" eine Fotografin.






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