Seit dem Erscheinen von "Hushed And Grim" vor nunmehr fünf Jahren hat sich in der Welt und vor allem im Umfeld des mächtigen Mastodons eine Menge getan. Persönliche Schicksale, Naturkatastrophen und vor allem der medial ausgeschlachtete Ausstieg und das kurz darauf überraschende Ableben von Gründungsmitglied, …
Der letzte Absatz wirkt ziemlich kalt, so als hätte man die Rezension zum Ende schnell abwürgen wollen. Will so überhaupt nicht zum vorangehenden, überwiegend sehr euphorischen Text passen.
Entweder wird es Marrow Deep, oder es wird Perfecth von QOTSA. Hab bei beidem noch nicht alles gehört, aber was ich bisher gehört habe, war herrlisch....
So nach einem Durchlauf: Sehr gutes und sehr emotionales Album. Oftmals hab ich echt Gänsehaut gehabt. Auch wagt die Band neue Sounds, allein durch den neu hinzugekommen Keyboarder und ich mags. Irgendwie klingt die Band anders als auf allen bisherigen Platten. Klar, man geht zu alten Härten zurück, aber ohne die Tiefe zu verlieren, die die, ich sag mal drei letzten Alben gebracht haben. So klingt es nach einem guten Kompromiss aus altem, kürzlichen und neuem Sound.
Ich hatte ja befürchtet, dass man Brent Hinds nicht ersetzen kann und letztlich stimmt das auch. Aber im Grunde bin ich sehr positiv dem neuen Gitarristen zugewandt. Er machts echt sehr sehr gut und haut auch echt nice Soli heraus. Er schafft's für mich, die Nostalgie um Hinds ganz klein zu halten. Für ein genaues Fazit ist es noch zu früh, aber bisher echt super Scheibe.
Ich habe Mastodon jetzt zweimal live ohne Brent Hinds gesehen und da fehlt einfach seine Präsenz und Ausstrahlung. Nick Johnston ist allerdings ein sehr sympathischer, cooler Typ und kommt nicht wie ein Ersatz rüber. Es ist jetzt eben anders. Ein Stück weit eine andere Band.
Wann hast du sie denn das letzte Mal mit Brent Hinds gesehen? Im den letzten paar Jahren hat er die Band einfach nur noch runtergezogen, das war auch deutlich bei der Stimmung auf der Bühne zu bemerken (von den bisweilen unterirdischen Vocals mal abgesehen).
Mit Nick Johnston ist es von der Energie wirklich eine andere Band. Die wirken wieder wie Anfang 20, im allerbesten Sinne.
Ich finde das Album bisher richtig gut, auch wenn mich zugegebenermaßen keines der Gitarrensoli so mitreißt wie Brent Hinds' Sternstunden. Aber man merkt Bill Kelliher an, wie er ohne die 'I hate Metal'-Bremse in der Band zur Riff-Hochform aufblüht.
Die Black Sabbath Verbeugung samt Geezer Butler am Bass im Intro und Brann Dailors Gesang durch die Leslie-Box ist sehr stark.
Eine der wenigen gehypten Bands, die ich wirklich uneingeschränkt genießen kann, obwohl es garnicht so ganz meine Mucke ist. Ich würde da z.B. eher zu Nevermore oder Primordial greifen. Klingt etwas weit hergeholt, empfinde ich aber garnicht so. Man kann auch Sachen abfeiern, die man jetzt nicht unentwegt hört. In Sachen Metal war dieses Jahr, bis auf einige Black Metal Outputs, sowieso etwas mau bei mir
@Puschel Das trifft sich doch gut, wenn das Output dieses Jahr nicht so war für Dich, da hast Du doch einen umso klareren Blick auf das, was für Dich über die Jahre die Metal Alben waren die Dich geprägt haben. Denk also an deine Liste. Die User waren ja schon fleißig und nun fehlt nur noch Deine.
Meiner Meinung nach muss(!) man sogar Sachen abfeiern, bei denen die Parameter das Gegenteil vermuten lassen, wenn sie einem dennoch taugen. Das ist doch das schöne an Musik, dieser Heureka-Moment, wenn man etwas richtig cooles entdeckt.
Erinnere mich gern an die Reunionshow von FNM, die ich auf dem Hurricane 2009 gesehen habe. Hatte die Band nicht auf dem Schirm und meine Fresse hat mich das umgehauen! Allerdings war das schon auch mein Genre, irgendwie.
Mastodon ist eine Band, die eben nicht abgehypt wird. Und in Deutschland ganz bestimmt nicht. Wenn es ein Beispiel für eine abgehypte Band gibt, ist das für mich Down. "Blood Otah" klingt dermaßen uninspiriert, das ist viel Geriffe, kaum Song. Ich höre da keine Spielfreude wie auf den ersten beiden Alben. Nichts was irgendwie überrascht. Und dabei hat das Cover von "Right Place Wrong Time" Lust auf mehr gemacht. Die sind meines Erachtens in ihrer Pose erstarrt. Doch dadurch bin auf Dr. John gekommen. Danke an Down.
Ich werde irgendwie noch nicht ganz warm mit dem Album.
Insgesamt würde ich sagen, die erste Albumhälfte gefällt mir besser.
"Barbarians Blood" legt mit einem schweren Riff los und geht am Ende fast schon in Richtung Meshuggah.
"Poisonous Weapons" legt dann deutlich an Geschwindigkeit zu, hat in der Mitte aber auch einen sehr melodischen Teil mit Branns tollem Gesang.
Darauf folgen die beiden Singles. "Your Ghost Again" hat einen Oldschool Mastodon Vibe den ich sehr mag. "Snakes for Dinner" ist dann das Highlight für mich. Hier passt einfach alles. Im Refrain spürt man den Schmerz über die Verluste, die die Band im vergangenen Jahr erleiden musste.
"Out like a Lamb" ist etwas atmosphärischer. Hier sticht das tolle Solo von Nick Johnston heraus.
"In The Ruins" schließt sich da an.
Mit der zweiten Hälfte tue ich mir schwerer..."They're Coming for you" hat einige progressive Elemente, bliebt aber nicht wirklich hängen. Ähnlich geht es mir mit "Golden Spires".
"Moth and Bone" gefällt mir auf der zweiten Seite am besten. Mit über weiten teilen Akustik Gitarren erinnert es mich etwas an die "Cold Dark Place" EP.
"A Vampire's Demeanor" hat wieder einen Oldschool Mastodon Vibe und hätte auch gut auf die ersten beiden Alben gepasst. Das spooky Solo von Nick Johnston gefällt mir hier auch sehr gut.
Die beiden letzten Songs "The Vanishing" und "The Three Fates" sind für mich überlang und nicht sonderlich spannend. Da hilft auch das Bass Intro von Geezer Butler und die Black Sabbath Hommage auf "The Vanishing" nichts.
Insgesamt würde ich sagen, Nick Johnston integriert sich gut in den Mastodon Sound und liefert einige herausragende Soli Ab. Trotzdem fehlt Brent Hinds einfach sehr. Er war ja nicht nur Lead Gitarrist sondern auch Sänger und Songschreiber. Er fühlte sich wie ein wichtiger Teil der Band an. Nick Johnston macht einen tollen Job, fühlt sich aber im Moment noch eher wie ein Angestellter an. Ich hoffe er kann sich in Zukunft noch mehr am Sound der Band beteiligen.
Ansonsten sind einige starke Lieder auf dem Album und "Snakes for Dinner" hat das Zeug zum Live Klassiker. Super Song. Lieder sind für mich auch ein paar Filler auf dem Album.
Mal schauen ob das Album in den kommenden Jahren für mich noch wächst. Im Moment sehe ich es in der (sehr starken) Discographie eher weiter unten.
Habe ich tatsächlich, nämlich: Chillen & in Ruhe gelassen werden. Die härteste Aufgabe im deutschen Shit-Gebiet, die man sich vorstellen kann. Alles andere ist einfacher.
Seit dem Erscheinen von "Hushed And Grim" vor nunmehr fünf Jahren hat sich in der Welt und vor allem im Umfeld des mächtigen Mastodons eine Menge getan. Persönliche Schicksale, Naturkatastrophen und vor allem der medial ausgeschlachtete Ausstieg und das kurz darauf überraschende Ableben von Gründungsmitglied, …
Der letzte Absatz wirkt ziemlich kalt, so als hätte man die Rezension zum Ende schnell abwürgen wollen. Will so überhaupt nicht zum vorangehenden, überwiegend sehr euphorischen Text passen.
Unbeabsichtigt, tatsächlich.
Nach 3 Durchläufen definitiv mein Album des Jahres!
Entweder wird es Marrow Deep, oder es wird Perfecth von QOTSA. Hab bei beidem noch nicht alles gehört, aber was ich bisher gehört habe, war herrlisch....
So nach einem Durchlauf: Sehr gutes und sehr emotionales Album. Oftmals hab ich echt Gänsehaut gehabt. Auch wagt die Band neue Sounds, allein durch den neu hinzugekommen Keyboarder und ich mags. Irgendwie klingt die Band anders als auf allen bisherigen Platten. Klar, man geht zu alten Härten zurück, aber ohne die Tiefe zu verlieren, die die, ich sag mal drei letzten Alben gebracht haben. So klingt es nach einem guten Kompromiss aus altem, kürzlichen und neuem Sound.
Ich hatte ja befürchtet, dass man Brent Hinds nicht ersetzen kann und letztlich stimmt das auch. Aber im Grunde bin ich sehr positiv dem neuen Gitarristen zugewandt. Er machts echt sehr sehr gut und haut auch echt nice Soli heraus. Er schafft's für mich, die Nostalgie um Hinds ganz klein zu halten.
Für ein genaues Fazit ist es noch zu früh, aber bisher echt super Scheibe.
Ich habe Mastodon jetzt zweimal live ohne Brent Hinds gesehen und da fehlt einfach seine Präsenz und Ausstrahlung. Nick Johnston ist allerdings ein sehr sympathischer, cooler Typ und kommt nicht wie ein Ersatz rüber. Es ist jetzt eben anders. Ein Stück weit eine andere Band.
Wann hast du sie denn das letzte Mal mit Brent Hinds gesehen? Im den letzten paar Jahren hat er die Band einfach nur noch runtergezogen, das war auch deutlich bei der Stimmung auf der Bühne zu bemerken (von den bisweilen unterirdischen Vocals mal abgesehen).
Mit Nick Johnston ist es von der Energie wirklich eine andere Band. Die wirken wieder wie Anfang 20, im allerbesten Sinne.
Ich habe sie 2022 und 2026 in Dortmund gesehen.
2022 war eines der besten Konzerte die ich besucht habe. Da hat alles gepasst. Und sie haben Gigantium gespielt, das war so perfekt...geil!
2026 war ganz okay aber der Sound war mies.
Man könnte meinen, 2022 war geradezu gigantisch. Fuffzischdausend?
Acht
Ich finde das Album bisher richtig gut, auch wenn mich zugegebenermaßen keines der Gitarrensoli so mitreißt wie Brent Hinds' Sternstunden. Aber man merkt Bill Kelliher an, wie er ohne die 'I hate Metal'-Bremse in der Band zur Riff-Hochform aufblüht.
Die Black Sabbath Verbeugung samt Geezer Butler am Bass im Intro und Brann Dailors Gesang durch die Leslie-Box ist sehr stark.
Eine der wenigen gehypten Bands, die ich wirklich uneingeschränkt genießen kann, obwohl es garnicht so ganz meine Mucke ist. Ich würde da z.B. eher zu Nevermore oder Primordial greifen. Klingt etwas weit hergeholt, empfinde ich aber garnicht so. Man kann auch Sachen abfeiern, die man jetzt nicht unentwegt hört. In Sachen Metal war dieses Jahr, bis auf einige Black Metal Outputs, sowieso etwas mau bei mir
@Puschel
Das trifft sich doch gut, wenn das Output dieses Jahr nicht so war für Dich, da hast Du doch einen umso klareren Blick auf das, was für Dich über die Jahre die Metal Alben waren die Dich geprägt haben.
Denk also an deine Liste. Die User waren ja schon fleißig und nun fehlt nur noch Deine.
Meiner Meinung nach muss(!) man sogar Sachen abfeiern, bei denen die Parameter das Gegenteil vermuten lassen, wenn sie einem dennoch taugen. Das ist doch das schöne an Musik, dieser Heureka-Moment, wenn man etwas richtig cooles entdeckt.
Erinnere mich gern an die Reunionshow von FNM, die ich auf dem Hurricane 2009 gesehen habe. Hatte die Band nicht auf dem Schirm und meine Fresse hat mich das umgehauen! Allerdings war das schon auch mein Genre, irgendwie.
Mastodon ist eine Band, die eben nicht abgehypt wird. Und in Deutschland ganz bestimmt nicht. Wenn es ein Beispiel für eine abgehypte Band gibt, ist das für mich Down. "Blood Otah" klingt dermaßen uninspiriert, das ist viel Geriffe, kaum Song. Ich höre da keine Spielfreude wie auf den ersten beiden Alben. Nichts was irgendwie überrascht. Und dabei hat das Cover von "Right Place Wrong Time" Lust auf mehr gemacht. Die sind meines Erachtens in ihrer Pose erstarrt. Doch dadurch bin auf Dr. John gekommen. Danke an Down.
Ich werde irgendwie noch nicht ganz warm mit dem Album.
Insgesamt würde ich sagen, die erste Albumhälfte gefällt mir besser.
"Barbarians Blood" legt mit einem schweren Riff los und geht am Ende fast schon in Richtung Meshuggah.
"Poisonous Weapons" legt dann deutlich an Geschwindigkeit zu, hat in der Mitte aber auch einen sehr melodischen Teil mit Branns tollem Gesang.
Darauf folgen die beiden Singles. "Your Ghost Again" hat einen Oldschool Mastodon Vibe den ich sehr mag. "Snakes for Dinner" ist dann das Highlight für mich. Hier passt einfach alles. Im Refrain spürt man den Schmerz über die Verluste, die die Band im vergangenen Jahr erleiden musste.
"Out like a Lamb" ist etwas atmosphärischer. Hier sticht das tolle Solo von Nick Johnston heraus.
"In The Ruins" schließt sich da an.
Mit der zweiten Hälfte tue ich mir schwerer..."They're Coming for you" hat einige progressive Elemente, bliebt aber nicht wirklich hängen. Ähnlich geht es mir mit "Golden Spires".
"Moth and Bone" gefällt mir auf der zweiten Seite am besten. Mit über weiten teilen Akustik Gitarren erinnert es mich etwas an die "Cold Dark Place" EP.
"A Vampire's Demeanor" hat wieder einen Oldschool Mastodon Vibe und hätte auch gut auf die ersten beiden Alben gepasst. Das spooky Solo von Nick Johnston gefällt mir hier auch sehr gut.
Die beiden letzten Songs "The Vanishing" und "The Three Fates" sind für mich überlang und nicht sonderlich spannend. Da hilft auch das Bass Intro von Geezer Butler und die Black Sabbath Hommage auf "The Vanishing" nichts.
Insgesamt würde ich sagen, Nick Johnston integriert sich gut in den Mastodon Sound und liefert einige herausragende Soli Ab. Trotzdem fehlt Brent Hinds einfach sehr. Er war ja nicht nur Lead Gitarrist sondern auch Sänger und Songschreiber. Er fühlte sich wie ein wichtiger Teil der Band an. Nick Johnston macht einen tollen Job, fühlt sich aber im Moment noch eher wie ein Angestellter an. Ich hoffe er kann sich in Zukunft noch mehr am Sound der Band beteiligen.
Ansonsten sind einige starke Lieder auf dem Album und "Snakes for Dinner" hat das Zeug zum Live Klassiker. Super Song. Lieder sind für mich auch ein paar Filler auf dem Album.
Mal schauen ob das Album in den kommenden Jahren für mich noch wächst. Im Moment sehe ich es in der (sehr starken) Discographie eher weiter unten.
Ich höre Mastodon am liebsten beim Zeichnen. Da windet sich das erst so richtig in die Gehirnwindungen. Die Musik ist dermaßen vielschichtig.
Ich denke, ich werde es demnächst beim Wichsen hören. Da windet sich das so richtig in die Schwanzwindungen. Die Musik ist dermaßen vielbitchig.
Ich wünsche dir viel Erfolg dabei. Man merkt du hast dir viel im Leben vorgenommen.
Habe ich tatsächlich, nämlich: Chillen & in Ruhe gelassen werden. Die härteste Aufgabe im deutschen Shit-Gebiet, die man sich vorstellen kann. Alles andere ist einfacher.