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Eagles - "Hotel California"

"Einen Titel wie 'Hotel California' schreibt man natürlich nur einmal im Leben, und so überragt das Stück das ganze Album wie ein Monolith", schrieb unser Rezensent in seiner Meilenstein-Review. Weil er damit Recht hat und weil "Hotel California", den Song, sowieso jede*r unmittelbar im Ohr hat, sobald irgendwo der Titel fällt, sparen wir uns jeden Kommentar zu dieser übermenschgroßen Nummer und weisen dezent daraf hin, dass "Hotel California", der Longplayer, noch weit mehr zu bieten hat.

Zum Beispiel eins der damals teuersten Coverartworks: Digitale Bildbearbeitungstechniken existierten anno 1976 noch nicht. Um der Fotografie des Beverly Hills Hotels, abgelichtet von David Alexander, den gewünschten sinistren Touch zu verleihen, musste in mühevoller Handarbeit nachjustiert und zudem das von John Kosh entworfene Schriftzug-Logo eingebaut werden.

Der Abgang von Gründungsmitglied Bernie Leaden hatte Spuren im Sound hinterlassen. Vielleicht klangen die Eagles aber auch gar nicht ihres neuen Gitarristen Joe Walshs wegen nicht mehr so country-rockig wie auf ihren vorangegangenen Alben. Möglicherweise zeigte da auch der überbordende Kokain-Konsum während der achtmonatigen Entstehungszeit Wirkung. Den fanden sogar die im selben Studio im Nebenraum an "Technical Exstacy" werkelnden, diesbezüglich nicht gerade als zimperlich bekannten Black Sabbath bemerkenswert: "Bevor wir überhaupt anfangen konnten, irgendetwas aufzunehmen, mussten wir erst das ganze Koks aus dem Mischpult kratzen", erinnert sich deren Bassist Geezer Butler. "Ich schätze, die haben bestimmt ein Pfund Kokain in Mischer zurückgelassen."

Fünf Grammy-Nominierungen bescherte den Eagles dieses Werk. Bei der Verleihung der Awards tauchte die Kapelle jedoch nicht auf. Angeblich hatte ihr Manager im Vorfeld zu schachern versucht: Er teilte mit, seine Schützlinge werden nur leibhaftig erscheinen, wenn sie einen Sieg im Voraus garantiert bekämen. Das jedoch kam nicht in Frage. Die Ausrichtenden der Grammys hatten danach obendrein keinerlei Lust mehr auf andere ins Gespräch gebrachte Spielchen. Weswegen an Ende niemand die beiden Preise entgegen nahm, die die Band dann auch ganz ohne Schiebung gewann: Außer in der Königsklasse "Record Of The Year" wurden sie für "New Kid In Town" in der Kategorie "Best Arrangement For Voices" geehrt. Don Henley erzählte später bockig der L.A. Times: "Die ganze Idee eines Wettbewerbs, bei dem es darum geht, wer 'der Beste' ist, spricht uns einfach nicht an." Na, dann ...

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