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Joni Mitchell - "Hejira"

"Meine anderen Songs hätten wahrscheinlich auch irgendwelche anderen Leute schreiben können", sagt Joni Mitchell. "Nicht aber die auf 'Hejira', glaube ich. Die konnten nur von mir kommen." Wir haben es also mit einer hochgradig persönlichen Angelegenheit zu tun. Die trägt ihre Entstehungsgeschichte schon im Titel: Als (auf verschiedenste Arten buchstabiert) "Hedschra" nämlich bezeichnen Muslime die Reise ihres Phropheten Mohammed von Mekka nach Medina. Auch die Tracks auf dem achten Album der kanadischen Singer/Songwriterin entstanden unterwegs. Sie schrieb sie, als sie in den Jahren 1975 und '76 immer wieder ausgedehnt die USA bereiste.

Die dabei empfundene "süße Einsamkeit" on the road beschrieb sie als ihre Haupt-Inspirationsquelle, und natürlich die Begegnungen, Assoziationen und Eindrücke, die sie unterwegs sammelte. "Amelia" etwa verweist auf die legendäre, bei einem Flug über den Pazifik verschollene Pilotin Amelia Earhart. Eine Begegnung mit Blues-Gitarrist Furry Lewis in Memphis verwurstete Mitchell in "Furry Sings The Blues". Man munkelt, er hasste den Song, und fand, wenn sie seine Person schon ungefragt zum Thema mache, solle sie ihn dafür gefälligst auch an den Tantiemen beteiligen.

So oder so: Sehr Blues-lastig geriet "Hejira" nicht. Der Sound rückte viel mehr deutlich in eine ganz andere Richtung. Bei den Aufnahmen ihrer beiden Vorgängeralben waren Joni Mitchell ihre Sessionmusiker zunehmend auf den Sack gegangen. Sie beklagte mangelndes Gespür für musikalische Feinheiten und Untertöne, die ihrer Meinung nach im Sound versumpften. Die Gescholtenen empfahlen, Mitchell möge sich dann doch bitte im Jazz-Bereich nach zartfühlenderem Personal umsehen. Was diese prompt tat und sich damit einen Weg weg vom Folk, hin zu experimentelleren Jazz-Klängen öffnete. Insbesondere Bassist Jaco Pastorius hinterließ diesbezüglich auf "Hejira" seine Spuren.

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Joni Mitchell - "Hejira"*

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