David Bowie - "Station To Station"
"Station To Station" ist der Moment, in dem sich David Bowie in den Thin White Duke verwandelt - ein neues, vom Cabaret inspiriertes Alter Ego. Was auf den ersten Blick für Bowie-Verhältnisse 'normal' klingt, ist ein nicht ungefährlicher Wandel, den extremer Kokainkonsum und eine wachsende Faszination für europäischen Okkultismus und elektronische Musik auszeichnen. "Ich weiß, dass ich in L.A. war, jedenfalls habe ich das gelesen", lautet ein späteres Zitat von ihm über diese persönlich schwierige Zeit.
Viel besser ergeht es den sechs teilweise überlangen Songs, die eine Brücke zwischen seiner "Plastic Soul"-Phase und der experimentellen Berliner Trilogie schlagen. Gleich der knisternde Titeltrack ist ein zehnminütiges Meisterwerk, in dem sich die Rhythmusabteilung förmlich abtastet, als wolle sie den nackten White-Boy-Funk, der auf den folgenden Songs dominiert, in Zeitlupe kredenzen.
"Station To Station" ist kühl, traurig, paranoid und trotz aller Um- und Widerstände ein sehr präzises Werk. Keine Droge der Welt schien diesen Mann von seiner Vision abbringen zu können. "Be Here Now", das Kokain-Album von Oasis, braucht dagegen heute niemand mehr.
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