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The The - "Infected"

Matt Johnsons beziehungsweise The Thes zweites Studioalbum ist ein Postpunk/Alternative-Juwel, nicht zuletzt aufgrund Johnsons unverwechselbarer, aufgewühlter Stimme. Neben der Introspektion identifiziert der Brite inhaltlich politische Missstände und soziale Ungleichheit im Großbritanniens der Achtziger, jenem Jahrzehnt, in dem sich unter der konservativen Premierministerin Margaret Thatcher der Neoliberalismus Bahn brach ("Heartland"). Aber auch die militärischen Interventionen der USA sind ein Thema ("Sweet Bird Of Truth").

Schon auf dem von der Kritik gelobten Vorgänger "Soul Mining" von 1983 hatte der Brite seine lyrische Tiefe und musikalische Eigenständigkeit unter Beweis gestellt. Auf "Infected" bekommt letzteres Pfund noch mehr Gewicht. Die stilistische Verortung der Scheibe fällt schwer. Die Bandbreite reicht von hart perkussiven Grooves samt Killerlick ("Infected") über tief vibrierende Basscomputer ("Sweet Bird Of Truth") bis hin zu akustisch orientierten Arrangements mit Klaviersolo und Streichern ("Heartland") sowie Jazz-Atmosphäre ("Twilight Of A Champion").

So tat sich schon vor vier Jahrzehnten ein intensiv gewobenes Klangbild auf, bestehend aus echten und elektronisches Instrumenten, das man als zeitlos bezeichnen darf, hört man etwa Johnsons Duett mit Neneh Cherry, "Slow Train To Dawn". Zu jedem Track produzierten The The übrigens ein Musikvideo, die komplette Collection tourte damals sogar durch ausgewählte Kinos. "Infected" ging insofern über ein bloßes Album hinaus: Die Platte ist eine sinnliche Erfahrung.

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The The - "Infected"*

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