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Die Ärzte - "Planet Punk"

Sollte es Menschen geben, die über die Definition des Begriffes "Skiptrack" rätseln, führen wir sie gerne an der Hand zu diesem Album: "Mein Freund Michael" ist mit Abstand der unnötigste und nervigste Song, den Die Ärzte jemals aufgenommen haben. Michael Schumacher, brumm brumm, selbst ein zehnsekündiges Interlude wäre noch zu viel der Ehre gewesen. Aber auch das waren die 90er. Warum dieser hochgejazzte Quatsch heute dennoch mehr Spotify-Plays aufweist als der High-Oktan-Brecher "Vermissen Baby" von Bela und Rod, darüber denke ich nun schon fast so lange nach wie über die Frage, wie Quantenverschränkung funktioniert.

Das haben uns Die Ärzte damals leider nicht erklärt, im Gegensatz zur Bedeutung des Wortes "Misanthrop". Man merkt der Platte den oft in Irrwitz gipfelnden Spaß an, den die '93er Reunion in Bela, Farin und Rod noch immer auslöst. Es ist in gewisser Weise das bessere Album als die wegen "Schrei nach Liebe" viel gerühmte "Bestie in Menschengestalt".

"Super Drei", "Schunder-Song", "Hurra": Mit dem Starter-Trio ist die Richtung klar, Willkommen auf dem Planeten Punk, mit drei Durchgeknallten auf der Jagd nach Riffs und Gags, "halt die beste Band der Welt, bei aller Bescheidenheit." Die kann sogar tanzen, zumindest dieser Chilene in "Rod Loves You". Ganz wichtig: Farin Urlaub liefert hier mit "Meine Ex(plodierte Freundin)" ein Highlight seines Schaffens ab, kulminierend in der Zeile: "Sie hatte einen süßen Körper / So wie der eine von den Krupps / Wie hieß er noch? / Dörper!"

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Die Ärzte - "Planet Punk"*

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