Seite 7 von 30

Kyuss - "... And The Circus Leaves Town"

Dass wir uns vier Jahrzehnte nach ihrem Debüt noch über eine Band unterhalten, die in erster Linie gegründet wurde, um das Abendprogramm der besoffenen und zugekifften Kumpels in der amerikanischen Wüste fernab von Los Angeles einigermaßen erträglich zu gestalten, ist bizarr. Doch was die Halbstarken aus Palm Desert seinerzeit lostreten, geht als Stoner Rock in die Musikgeschichte ein, und nach nur drei Studioalben ist der Zirkus dann auch vorbei. Folglich lautet das finale Werk "... And The Circus Leaves Town", womöglich hatten die Beteiligten schon eine düstere Vorahnung.

Wer die Gluthitzen-Gigs auf dem Bizarre und dem Dynamo Festival 1995 mitbekommen hat, mochte die Welt nicht mehr verstehen, aber nur drei Monate nach Album-Release sind Kyuss Geschichte. Die Magie der zwei Vorgängerscheiben ging Josh Homme und John Garcia hier verloren - Nick Oliveri und Brant Bjork wurden durch Scott Reeder (Bass) und Alfredo Hernandez (Drums) ersetzt - womöglich zurückzuführen auf die angespannte Stimmung bei den Aufnahmen. Sowohl Reeder als auch Garcia erinnern sich später an zu viele Diskussionen, zu viel Labelkohle, zu viel Zeit und zu viele Bongs.

In den besten Momenten überführt das auseinanderdriftende Quartett diesen Druck noch ein letztes Mal in zentnerschwere Klassiker wie "One Inch Man" oder das QOTSA-Initiationsstück "El Rodeo". Alles andere als ein schwacher Abschied und insgesamt eine nicht unbedingt vorhersehbare Hinwendung zum glasklaren, technisch ausgefeilten Riff.

Kaufen?

Kyuss - "... And The Circus Leaves Town"*

Wenn du über diesen Link etwas bei amazon.de bestellst, unterstützt du laut.de mit ein paar Cent. Dankeschön!

Seite 7 von 30

Weiterlesen

Best of 1995 30 Jahre, 30 Alben

Britpop steht im Zenit, Hip Hop wächst ein drittes Bein, und bei uns? Frustrierte Hamburger Kids, Schwaben With Attitude und Rammstein. Jesses.

Noch keine Kommentare