Bahamadia - "Kollage"
DJ Premier. Da Beatminerz. Guru. The Roots. Legenden, die man in der Producerliste eines Debütalbums nicht zwingend vermuten würde. Wenn die alle cool mit Bahamadia sind, auf ihre Qualitäten vertrauen und ihr zuarbeiten, muss die Rapperin aus Philadeladelphia ja wohl einiges zu bieten haben.
Isso: Ihr komplett schwereloser, schwebender Flow verzaubert und lässt alles, das sie von sich gibt, warm und gelassen klingen. Befeuert von ihrer überall durchtönenden Liebe zu Hip Hop und der Kultur, schüttelt sie Bars nur so aus den Ärmeln. Auf "Kollage" zeigt sie die volle Bandbreite des Sprechgesangs, von Storytelling über Wortspielereien (die dann auch "Wordplay" heißen) bis Battlerap.
Dass bei Bahamadia egal, was sie anpackt, einen positiven Vibe hat, liegt am Respekt, den sie in alle Richtungen zollt. Sie würdigt nicht nur ihre bereits durchgestarteten Homies (die sich, wie das eingangs erwähnte Namedropping zeigt, gerne revanchieren), sondern zeigt auch ein riesiges Herz für den Untergrund. Dank ihr landeten zum Beispiel mit K-Swift aus Baltimore und Mecca Starr, ebenfalls aus Philadelphia, zwei nahezu unbekannte Rapperinnen auf einen Premo-Beat und liefern mit Bahamadia zusammen einen echten Boom Bap-Banger ab.
Warum "Kollage" in aller Regel trotz alledem nicht in einem Atemzug mit den Hip Hop-Großtaten der goldenen Mittneunziger-Ära genannt wird, obwohl sich da eine Perle an die nächste reiht: file under "Wirwissenesdochauchnicht".
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