Portishead - "Portishead" (30. September)
Was wir an Portishead so lieben? Vor allem diese prägnante Stimme. Wie kann Beth Gibbons nur so fragil, zerbrechlich und gleichzeitig so ausdrucksstark klingen? Ihre Mitstreiter schufen derweil minimalistisch orientierte, Sample-basierte Arrangements in Perfektion: Der Trip Hop von Portishead hat jeglichen Ballast abgeworfen und zelebriert die hohe Kunst, die Instrumente dann schweigen zu lassen, wenn es drauf ankommt.
Nach ihrem gefeierten Debüt "Dummy" kehrten sie 1997 deep und darker zurück. Mit der Schublade Trip Hop können die Protagonisten des Genres zwar wenig anfangen, sicher ist aber: Diese Scheibe gehört in jede gut sortierte 90er-Plattensammlung, die Platz für elektronisch Orientiertes hat.
5 Kommentare mit 11 Antworten
diese greifbare, den mundwinkel nach unten zwingende dünkelheit und niedergeschlagenheit, die gesang und arrangements ausstrahlen, gehört wahrlich zum intensivsten, was die 90er hervorbrachten.
Yep. Vielleicht die ungewöhnlichste zu Herzen gehendste Platte, die je gemacht wurde. Man wollte alles auf einmal: jubeln, weinen, sich besaufen, sich umbringen.
Ficken hab ich vergessen. Darf man ficken hier sagen? Ma gucken...
Dieser Kommentar wurde vor 7 Jahren durch den Autor entfernt.
Diese Platte war lange, lange Zeit eins meiner Lieblingsalben. Damit mein ich Allzeit-Top 3 neben Aenima und Dark Side Of The Moon.
Inzwischen empfinde ich sie nur noch als Heimsuchung.
Muss mich korrigieren (ebenfalls nicht mehr nüchtern ), die wahre Heimsuchung ist die "Dummy"...
...wobei die beiden Platten sich speziell in meiner kleinen Tragödie nichts nehmen, das waren bereits 1998 zwei Seiten der gleichen Kassette im Autoradio.
Boah Heimsuchung klingt echt scary. Mir geht's ähnlich mit "Warten auf den Bumerang". Das zu hören bereitet mir emotionale Qualen. Gut, beide Platten und Künstler haben nicht viel miteinander zu tun - but I kind of understand.
...hatte das schon etwas offener in einer Reaktion auf deine Antwort an den Anwalt oben drüber formuliert, das war dann aber selbst mir ungewollt etwas zu persönlich geraten...
Ebenfalls understood. Man muss sich ja nicht ganz nackig machen hier.
David Gilmours Tone ist ein Grund, weshalb ich ne Strat spiele. Dark Side ist aber nicht mein Fave, sondern Wish You Were Here. Sehr gute Top 3, souli.
Kann ich nur zurückgeben, moody. WYWH ist diejenige, die ich mit ihr gehen lassen musste, sonst wären auf einen Schlag 2 meiner 3 Lieblingsbands unhörbar geworden...
Warte jetzt seit 4 Jahren, dass mein Bruder doch noch Strats und Telecasters für sich und unsere Aufnahmen entdeckt, aber der bleibt wohl ganz auf Les Paul hängen, leider...
...und jetzt sind wir schon wieder so tief im Nähkästchen, dass es Zeit wird, das Garn weg zu legen, if you know what I mean
Leider nur die zweitbeste...
Wenn ich irgendwann einmal in meiner Badewanne durch das Aufschneiden meiner Pulsadern aus dem Leben treten sollte, läuft "Dummy" im Hintergrund, nicht s/t.
Oder war's "( )" von Sigur Ros? Scheiße...
Zu dem Kommentar würde ich dir gerne mal mit dir sprechen, aber nur via PN-System...
Ich sag nur: "Dummy und Portishead, das waren bereits 1998 zwei Seiten der gleichen Kassette in meinem Autoradio, auch wenn ich da noch nichts von der heimsuchenden Wirkung ahnen konnte, die in der Musik von Menschen wie Beth Gibbons und Geoff Barrow trotz offen ausgetragener Melancholie und Tragik liegt."
Irgendwann bei gromky vielleicht. Ansonsten hänge gmx.de dran und Du kommst bei mir raus.
Portishead waren mir immer zu depro und mit zu wenig Druck. Triphop war nie mein Lieblingsgenre, aber wenn ich aus dieser Zeit etwas wählen muss, dann immer lieber Massive Attack.
Ich liebe diese Frau!