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Platz 36: The Weeknd - "Open Hearts"

"Hurry Up Tomorrow" hat viele elegische Momente mit großen Gesten und getragenem Tempo, verliert sich auch in dem ein oder anderen süßen Kleinod. Neben Ausbrüchen wie "Sao Paulo" gibt es auch den alten Abel, der traurig croont, zu feinem Ambient in "Baptized In Fear". Das jedoch gilt als Auftakt für das strahlende Highlight, vielleicht den einzigen klaren Hit: "Open Hearts".

Einer der weniger Songs mit mehr Tempo, dafür aber einem weiteren Trademark: Den schnellen Beat kontrastiert The Weeknd mit gemächlichem Vortrag. Mit seinen gleißenden Synthies erinnert der Track stark an "Blinding Lights", jedoch schwingt hier eine ordentliche Portion Theatralik und Wehmut mit. Er singt über das Heilen von Herzschmerz und das Wiedererlernen zu lieben und benutzt das altbekannte Motiv des Retters, der ihn aus seinem Elend befreit.

Im Gewand des Synthwave lässt er schicksalsschwanger seine Lyrics ins Mikro perlen und transformiert das Ganze in eine mitreißende Disco-Operette. Vor allem wenn die Lead-Synths im Refrain einsetzen, brechen alle Dämme. In einem Album voller verletzlicher, nachdenklicher und ruhiger Tracks durchbricht hier das Licht für einen kurzen Moment die Wolkendecke.

von Johannes Jimeno

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