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Patriarchaler Kumpelfilz

Für den Fall, dass ihr es nicht wusstet: Momentan hat man im Hip Hop leichtes Spiel, vorausgesetzt, man ist eine Frau oder queer. FLINTA-Personen müssen nix können, sie werden nur wegen ihrer Identität überall gebucht, beflügelt vom woken Zeitgeist, während die maskuline Konkurrenz ja nix mehr sagen darf, aus Prinzip benachteiligt wird und von der Cancel Culture unentwegt Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt.

Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man manche Zeitgenossen so reden hört. Bevor wir jetzt aber alle die Taschentücher rausholen, um ein paar Männertränen zu trocknen, möchte ich doch gerne wissen: In welcher Welt leben diese Typen eigentlich?

Kriegt euch bitte mal wieder ein. Bloß, weil Ikkimel und ein paar andere, die sich an eineinhalb verstümmelten Händen abzählen lassen, gefühlt in jedem Festival-Line-Up stehen, ist euer patriarchaler Klüngelfilz noch lange nicht in Gefahr. Im Gegenteil: Eigentlich vollführen wir gerade wieder rasante Rollen rückwärts.

Kollegin Matilda Jelitto hat einmal kurz überschlagen:

Festivals wie das Splash!, die sich in den vergangenen Jahren zaghaft in Richtung eines wenigstens etwas ausgeglicheneren Geschlechterverhältnisses vorgetastet haben, haben diese Bestrebungen inzwischen komplett in der Pfeife geraucht. Statt mehr wurden 2026 wieder weniger FLINTA-Acts gebucht. Die, die es schaffen (immer dieselben, übrigens), stehen sie zu unattraktiveren Auftrittszeiten auf den kleineren Bühnen. Dabei fordern sachkundige Menschen UND Publikum mehr Frauen auf der Mainstage, nur: juckt offenbar niemand.

Seufz.

Was willste also machen? So war es immer, so soll es nach dem Willen derer, die die Zügel in der Hand halten, offenbar auf immerdar bleiben: zwei, drei Quotenfrauen an den Katzentisch, die Mainstage kriegen Täter.

Die Vorstellung, wie megamäßig verarscht sich Betroffene von sexualisierter Gewalt fühlen müssen, wenn sie sehen, dass sie beim Splash! nicht schaffen, respektive es vermutlich nicht einmal ernsthaft versucht haben, einen Typen wie Gzuz trotz seiner Vorgeschichte von ihrer Veranstaltung fernzuhalten, haut mir schon die ganze Woche den Vogel raus. Seid dann doch wenigstens ein bisschen ehrlich und verzichtet auf dieses Feigenblatt von Awareness-Konzept, wenn es offensichtlich keinerlei Konsequenzen hat, auf den ausgegebenen Verhaltenskodex zu scheißen.

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