Irritation zum Frühstück
Ebenfalls den Kopf geschüttelt hab' ich diese Woche schon, wenn auch wesentlich amüsierter, als mir Ikkimel im Frühstücksfernsehen begegnet ist. Ihr habt es eh alle mitbekommen, schätze ich, ich muss aber mit meiner Befremdung und, wie gesagt, mit meinem erheblichen Amüsement irgendwo hin.
Also: Ja, bei uns läuft quasi jeden Morgen das "Morgenmagazin". Schlicht und ergreifend deswegen, weil das ein zuverlässiger Taktgeber ist, ein schlauer Mann nannte es mal das "Metronom des Morgens". Es plätschert vor sich hin, ich muss nicht groß hingucken, aber wenn Sport kommt, sollte ich langsam meinen Kadaver vom Frühstückstisch hochwuchten, spätestens bei den Nachrichten muss ich aus dem Haus, wenn ich den Bus erwischen will.
Diese Woche hab' ich ihn verpasst, weil ich mich einfach komplett in der Absurdität der Situation verloren habe. Was war DAS denn? Ikki steht da, in Shorts und High-Heel-Fußballschuhen (dafuq?) und gibt "Fußballmänner" zum Besten. Zu straightem Bumm-bumm-bumm-bumm-Beat-Playback, ohne irgendeine Bühnenshow, Choreo, ohne irgendwas. Es war bizarr. Wie, bitte, hat sich irgendjemand gedacht, dass das funktionieren könnte?
@charts.aktuell #Ikkimel ♬ Originalton - Charts Aktuell
Wenn ihr mich fragt: Es funtionierte PERFEKT. Die bedröppelten Gesichter des Publikums angesichts dieser Nicht-Show, dieser Clash der Welten, dieses absolute Unverständnis von Zuschauer*innen, größtenteils weit jenseits der 50, für Fotzen-Techno-Rap, dazu im Nachgang der erwartbare Kommentar-Shitstorm von wegen, dass da mit "Zwangsgebühren" "Männerhass" finanziert werde ... Alter ... Ikki musste selber grinsen, und ich lache immer noch Tränen, kaum dass ich auch nur eine Sekunde drüber nachdenke. Diese Frau in diese Umgebung einzuladen: ein großartiger Move. Nie hat mich das Morgenmagazin besser unterhalten. Danke, ZDF!
1 Kommentar mit 2 Antworten
Legendärster Fernseh-Auftritt im D-Rap seit Taktloss bei Supreme.
Facts!
War das jetzt ein Auftritt oder zwei kurz hintereinander?