Expliziter Party-Rap im ZDF, Ü50-Männer mit eingefrorenen Gesichtern: Ikkimels Auftritt hatte alles, was ein viraler TV-Moment braucht.

Berlin (map) - Manche Auftritte werden zu legendären Live-Momenten. Andere werden legendär, weil niemand so recht weiß, wie er darauf reagieren soll. Genau in diese Kategorie fällt der Besuch von Ikkimel im "MoMa"-Studio des ZDF, wo die Berliner Künstlerin ihren Song "Fußballmänner" präsentierte.

Der Track liefert die gewohnte Ikkimel-Mischung aus sexuellen Anspielungen, Fußballklischees und bewusst überdrehter Provokation. Statt Stadionromantik gibt es Bierbauch, Bratwurst und Zeilen wie "Fußballmänner, alles Penner" oder "Lattenkracher, Mertes-sucker, Tiki-Taka in 'nem Tanga".

Während Ikkimel mit breitem Grinsen durch ihre Nummer marschiert, macht sich im Publikum weniger Partystimmung als eine Mischung aus Ratlosigkeit und innerer Fluchtbereitschaft breit. Viele Zuschauer verharren regungslos, einige blicken auf den Boden, andere retten sich in ein verlegenes Lächeln. Der wohl unfreiwillig komischste Moment erfolgt innerhalb der ersten Sekunden: "Pussy gut, ich werd zu seiner Kitty Cat". Während die Kamera auf einige Sechstklässlerinnen schwenkt. Perfektes Kamera-Timing.

Die Frage, die dabei über allem schwebt: Wer genau hat diese Kombination aus explizitem Party-Rap, Frühstücksfernsehen und Schulklasse eigentlich als gute Idee abgesegnet? Klingt nach einer Intendanten-Gehaltserhöhung.

Auch die frühe Uhrzeit wurde zum Thema. Schließlich wirkt ein Ikkimel-Auftritt am frühen Morgen schon wie ein Widerspruch in sich. Ein Nutzer fragt deshalb, warum sie für so eine Performance überhaupt so früh aufgestanden sei – die Antwort: "Als ob die früh aufgestanden wäre, das war wahrscheinlich ihre After".

Ikkimel selbst lässt sich von der absurden Situation nicht aus der Ruhe bringen. Schon vor ihrem Auftritt schreibt sie auf Instagram: "Heute spiele ich vor einer Schulklasse und Ü50. Hell yeah". Den später veröffentlichten Zusammenschnitt der Publikumsreaktionen kommentiert sie mit: "Schnitt aus der Hölle."

Ob Kunst, Krawall oder einfach ein maximal unglückliches Bühnen-Match: Ikkimel im Club funktioniert. Ikkimel auf Festivalbühne ebenfalls. Ikkimel mit explizitem Fußball-Rap vor einer Schulklasse im Frühstücksfernsehen? Zumindest liefert die Aktion einen herrlichen TV-Moment für alle Unbeteiligten.


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