Rest in piss.
Wobei es ja immer NOCH hässlichere Geschichten gibt.
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Ich hab' es eingangs ja schon angedroht: Wir müssen noch ein hoffentlich letztes Mal auf Afrika Bambaataa zurückkommen. Als ich gehört hatte, dass ihn der Prostatakrebs geholt hat, war ich ehrlich erleichtert, dass ich an diesem Tag frei hatte. Es wär' sonst wohl an mir hängengeblieben, eine Art Nachruf zu verfassen. Immerhin handelte es sich fraglos um einen Pionier des Genres, der sich um den Hip Hop und seinen (ursprünglichen) Wertekanon nicht nur verdient gemacht hat, sondern maßgeblich dazu beigetragen, dass es beides überhaupt GIBT.
Zugleich hat Bambaataa aber auch nicht wiedergutzumachenden Schaden angerichtet, indem er auf den Wertekanon, den er selbst aufgestellt hat, gepflegt geschissen hat. Von love, peace, unity and havinng fun dürften sich die zahllosen Opfer seiner Übergriffe wohl weitestmöglich entfernt gefühlt haben. Dass in den vielen, vielen erhobenen Vorwürfen (wir reden hier von Hunderten (!) missbrauchter Jungs) mehr als nur ein bisschen Wahheit gesteckt hatte, darüber äußerten sich inzwischen so viele Zeitzeugen dermaßen eindeutig, dass daran eigentlich niemand zweifelt. (Wahrscheinlich noch nicht einmal mehr KRS-One.)
Wie also "würdigt" man jemanden, der einerseits geschaffen hat, was man liebt, andererseits aber ein rücksichtslos Existenzen zerstörendes Kinderschänder-Arschloch gewesen ist? Ich hätte nicht gewusst, wie das geht, ohne dass man entweder der einen oder der anderen Seite dieser zum Himmel stinkenden Medaille nicht gerecht wird. Finde, dass Open Mike Eagle in seiner "Morning Show" das Dilemma ganz gut eingefangen hat:
Im Grunde bleibt es das alte Problem: Kann man Kunst und Künstler trennen? Möchte man das und, falls ja, zu welchem Preis?
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