Der Musiker aus der Bronx prägte das Genre in seinen frühen Jahren. Zuletzt überschatteten schwere Missbrauchsvorwürfe sein Erbe.

Pennsylvania (ebi) - Afrika Bambaataa ist tot. Der DJ und Producer starb gestern Morgen in Pennsylvania an den Folgen einer Krebserkrankung, melden US-Medien. Der Hip Hop-Pionier, bürgerlich Lance Taylor, der aus der Bronx stammt, wurde 68 Jahre alt. Bambaataa gilt als einer der Väter des Hip Hop-DJings und prägte die Anfänge der Kultur maßgeblich mit.

In den 1980ern releaste der New Yorker einige wegweisende Electro-Rap-Tracks, darunter 1982 die Kollabo "Planet Rock" mit der Hip Hop-Band Soulsonic Force. Der Song gilt als Klassiker, der nicht nur Hip Hop-Crews wie Run DMC prägte, sondern auch Genres wie Techno und House. Kraftwerk, George Clinton u.a. zählten damals zu Taylors Einflüssen.

Bambaataa gehörte auch zu jenen Hip Hop-Artists, die früh außerhalb der USA tourten. 1973 gründete er die später weltweit aktive Zulu Nation, ein Kollektiv, das Hip Hop und Community-Arbeit verband und eine Alternative zu Gangwesen und Gewalt aufzeigte. 1985 wirkte er auch am Artists United Against Apartheid-Album "Sun City" mit.

Das Ende einer Legende

Zuletzt nahm das Vermächtnis der Hip Hop-Legende allerdings beträchtlichen Schaden. Seit gut zehn Jahren erheben mehrere Männer, darunter der Hip Hop-Aktivist Ronald Savage, schwere Vorwürfe: Bambaataa habe sie als Minderjährige sexuell missbraucht. Die Fälle sollen sich bereits ab den 70ern ereignet haben und allgemein bekannt gewesen sein, wie später etwa Melle Mel in einem Interview betonte.

Bambaataa bestritt die Vorwürfe, trat aber 2016 als Kopf der Zulu Nation zurück. Erst 2021 wurde in New York anonym eine Zivilklage gegen ihn eingereicht. Im Mai vergangenen Jahres verurteilte der Richter den Musiker zu einer Entschädigungszahlung, da er weder vor Gericht erschienen war, noch rechtlichen Widerspruch eingelegt hatte.

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laut.de-Porträt Afrika Bambaataa

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1 Kommentar

  • Vor 8 Sekunden

    Legende. Hab ihn mal live erlebt in Montreux als er mit Leftfield auf der Bühne Afrika Shox performt hat, und nach dem Konzert der Aftershow DJ war. Erster Track den er damals gespielt hat, vergesse ich nicht mehr: Falco, rock me Amadeus. Und hab vor der Show sogar kurz mit ihm plaudern können, im Foyer am Stand eines Plattenladens beim diggen, wo auch sonst. RIP.