Irritationen
Es ist schon echt bizarr: Die Partei, die schon mit Bushido und Fler gekuschelt hat, stört sich nun an einem Besuch von Baran Kok. Klar, den hatten sie ja auch nicht selbst eingeladen, sondern Maik Brückner, der queerpolitische Sprecher der Linken. Er empfing seinen Gast, führte ihn herum, und die beiden plauschten launig über die möglichen Hintergründe homophober Angriffe:
Dieses unverkrampft-fröhliche Aufeinandertreffen verschreckte die Bundestagspräsidentin also. Sie sei "über den Inhalt und den Sprachgebrauch äußerst irritiert", meldet unter anderem der Tagesspiegel. "Das Video werde der Würde der Institution in keiner Weise gerecht. 'Ihrer Auffassung nach ist es Aufgabe der Abgeordneten, das Hohe Haus in Ton, Auftreten und Sprache angemessen zu repräsentieren – und nicht, es derart vorzuführen', heißt es."
Die Angepampten, die ganz offensichtlich ganz andere Angriffe gewohnt sind, nahmen es gelassen: Queerness offen und humorvoll auszuleben, berge durchaus ein politisches Statement. Man dürfe nicht immer nur in einer Opferrolle präsent sein, so Baran Kok.
Recht hat er, und ich ärgere mich gerade noch ein kleines bisschen mehr, dass ich es nicht geschafft hab', mir seinen Auftritt beim Reeperbahn Festival anzuschauen. Wahrscheinlich hätte es Spaß gemacht:
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