Outlaw?
Ja. Die einen schreiben Lyrics, der andere ist, auch wenn er sich dreimal Felix Blume nennt, halt einfach Kollegah. Der wiederum glaubt ja offenbar, dass ein großer Kunstmaler in ihm steckt, und genau so offensichtlich ist ihm (oder einer findigen Marketingagentur) gelungen, diesen Bären auch der einen oder anderen Galerie aufzubinden. Oder, was ich für wahrscheinlicher halte: Dort versprechen sie sich halt Zulauf eines Publikums, das ihre heiligen Hallen sonst nie betreten hätte, und das, sofern es die Mittel erlauben, obendrein kritiklos jeden Scheiß kauft, so lange ihn nur ihr zum Gottkaiserimperatorbossalphakanzler verklärtes Idol feilbietet.
Wie auch immer. Eingequetscht zwischen Reklame für seine Vernissage im Art Cube in Hamm, serviert uns Kollegah jedenfalls dieses Video:
Über den Song müssten wir eigentlich nicht viel zu sagen: Er stammt vom Album "Alpha DNA", das Kollege Kay Schier damals ja bereits standesgemäß hingerichtet hat. (Ein guter Anlass übrigens, seine Review noch einmal zu lesen, die paranoide Eule war meiner Erinnerung schon beinahe wieder entfleucht!).
Trotzdem: Wie kann es denn sein, dass diesen ganzen Claqueuren in der Kommentarspalte da der himmelschreiende Widerspruch nicht auffällt? Warum muss Kollegah Macht demonstrieren, wenn er es doch angeblich allen bewiesen hat? Warum muss er unentwegt seine Legacy beschwören, seinen Status polieren? Zu viel "Peaky Blinders" geschaut und von da nur die Mütze abgegriffen, und zu wenig "Game of Thrones"? Seit damals könnte er doch eigentlich wissen, dass, wer unentwegt betonen muss, dass er der König sei, eben kein König ist.
... und dann "Outlaw"? Ernsthaft? Während er seinen Erfolg nach dem spießigsten Kriterium bemisst, das sich jemand ausdenken könnte, nämlich Geld? Dafür, für Geld oder die Aussicht darauf, das haben wir ja bereits wiederholt gesehen, würde sich Kollegah Felix Blume wahrlich bis zur Spiralfedrigkeit verbiegen. Wie wahnsinnig männlich, aufrecht, wie bosshaft ist es denn, seinen kognitiv offenbar herausgeforderten Fans die Hirne noch ein bisschen weicher zu waschen, ihnen Binsenweisheiten, esoterischen Hokuspokus oder jetzt beschissene Ölschinken anzudrehen? Wie rebellisch, Fahne und Pelzmäntelchen in jeden, aktuell eben in den braunen Wind zu hängen? Wen willst du eigentlich verarschen, Junge?
Die Kommentarspalte unterdessen so: "Du bist für viele Menschen wie ein Leitstern und eine große Inspiration. Deine Worte und dein Lebensweg geben mir und anderen Kraft und Orientierung. Dafür bin ich dir unendlich dankbar. Bleib gesund und hab weiterhin viel Erfolg beim Erreichen deiner nächsten Ziele!"
Ach, so.
Zu Hülf.
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