Ein Ork sein
Wir beenden den internationalen Teil, wie wir ihn angefangen haben: mit einem Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen. Artur Weigandt schreibt dort über den russischen Rapper Husky (nicht zu verwechseln mit der Indie-Folk-Band gleichen Namens), und hinterher bin ich noch verwirrter als vorher. Was ist dieser Dmitrij Kusnezow denn nu für ein Typ? Ehrlich, ich hab' keinen Ahnung.
Er fand offenbar einst Putin scheiße, was ihm einigen Ärger einbrachte. Die Annexion der Krim hingegen, die in seinen Augen zu Russland gehört, befürwortet er. Husky rappt über den Krieg, aber ohne seine Ursache zu benennen. Offenbar weigert er sich, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen, was in einem Fall, in dem eine Partei unzweifelhaft der Agressor ist, allerdings auch irgendwie ein politisches Statement ist. Schwierig.
Sein Track "Быть орком", zu Deutsch "Ein Ork sein", benutzt sicher nicht zufällig den Begriff "Ork", mit dem Ukrainer*innen (auch das bestimmt nicht grundlos) russische Soldaten bezeichnen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Cover des zugehörigen Albums "Партизан" ("Partisan") zufällig so aussieht, wie es aussieht:
Wie gesagt: schwierig. Ich hab' keinen Schimmer, was von dem Mann zu halten ist. Ich konnte das Thema aber trotzdem nicht einfach links liegen lassen, allein schon aus dem Grund, dass Kollege Weigandt mit seiner Einschätzung, Husky finde "einen ästhetischen Ausdruck für das Lebensgefühl chancenloser russischer Männer" einfach die perfekte Überleitung bildet ...
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