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Ein Ork sein

Wir beenden den internationalen Teil, wie wir ihn angefangen haben: mit einem Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen. Artur Weigandt schreibt dort über den russischen Rapper Husky (nicht zu verwechseln mit der Indie-Folk-Band gleichen Namens), und hinterher bin ich noch verwirrter als vorher. Was ist dieser Dmitrij Kusnezow denn nu für ein Typ? Ehrlich, ich hab' keinen Ahnung.

Er fand offenbar einst Putin scheiße, was ihm einigen Ärger einbrachte. Die Annexion der Krim hingegen, die in seinen Augen zu Russland gehört, befürwortet er. Husky rappt über den Krieg, aber ohne seine Ursache zu benennen. Offenbar weigert er sich, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen, was in einem Fall, in dem eine Partei unzweifelhaft der Agressor ist, allerdings auch irgendwie ein politisches Statement ist. Schwierig.

Sein Track "Быть орком", zu Deutsch "Ein Ork sein", benutzt sicher nicht zufällig den Begriff "Ork", mit dem Ukrainer*innen (auch das bestimmt nicht grundlos) russische Soldaten bezeichnen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Cover des zugehörigen Albums "Партизан" ("Partisan") zufällig so aussieht, wie es aussieht:

Wie gesagt: schwierig. Ich hab' keinen Schimmer, was von dem Mann zu halten ist. Ich konnte das Thema aber trotzdem nicht einfach links liegen lassen, allein schon aus dem Grund, dass Kollege Weigandt mit seiner Einschätzung, Husky finde "einen ästhetischen Ausdruck für das Lebensgefühl chancenloser russischer Männer" einfach die perfekte Überleitung bildet ...

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3 Kommentare

  • Vor 17 Tagen

    "Offenbar weigert er sich, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen, was in einem Fall, in dem eine Partei unzweifelhaft der Agressor ist, allerdings auch irgendwie ein politisches Statement ist. Schwierig."

    Das auf der Seite in der seit 2 Jahren der Genozid in Gaza aber mal so dermaßen ge-bothsided wird is auch ein mutiges Statement aber die Selbstreflektion bleibt wohl des deutschen größter Feind.

  • Vor 17 Tagen

    "Stalin kann man nicht verteufeln oder verehren, nur studieren und verstehen."

    Die russische Version von "es war ja auch nicht alles schlecht" und "er hat ja auch die Autobahn gebaut."

    Kann weg der Typ.

  • Vor 14 Tagen

    Seine Politik ist gar nicht mal so weird. Er ist halt ein russischer Nazbol, der wegen Korruption gegen Putin selbst ist, aber an sich darf Russland gerne wieder die UdSSR-Grenzen haben. Seine Sicht auf Soldaten ist, dass die doch gute Jungs sind, aber die da oben kümmern sich nicht um sie. Dass das als oppositionell zählt, sagt sehr viel über den Zustand der Opposition in Russland aus. Aber wenn man sich mal im russischen Netz rumtreibt, sieht man nen Haufen solcher Leute.

    Für russische Rapper gibts effektiv 2 Wege. Entweder man macht den Oxymiron/Noize MC und flüchtet. Oder man macht den Slava KPSS/Timati, gibt den Aktivismus auf und findet den Krieg plötzlich doch ganz ok.