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Sein bestes Stück?

Achtung, Achtung! Es folgt nun ein ganzer Strauß Tracks, denen ich aus komplett unterschiedlichen Gründen gespalten gegenüberstehe. Beginnen wir mit B-Tight: Den liebe ich eigentlich sehr. Der Mann hat einen guten Humor, kann (im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen) auch mal Kritik einstecken und wirkt im Grunde immer, als mache er haargenau das, worauf er Bock hat, und habe einen Scheißspaß dabei. Ich fand das immer gut.

Jetzt hat B-Tight diesen neuen Song hier veröffentlicht, angeblich sein "Bestes Stück":

... und ich krieg' gar nicht richtig zu packen, warum sich das so leblos anfühlt. Liegts am völlig schnörkellos ohne jede Überraschung und ohne Wumms vor sich hinrepetitierenden Beat, in dem einfach mal drei Minuten lang nichts passiert? Am Video, wo es genau dasselbe ist: eine magere Idee in Schwarz-Weiß, auf drei Minuten Songlänge ausgedehnt?

Ne, ich glaube, hauptsächlich fehlt mir da, was B-Tights Charme stets ausgemacht hatte: der Schalk, der ihm aus den Augen blitzte, ist irgendwie weg, und von der ansteckenden Freude, die früher auch seinen urst hängengebliebenen Kram noch irgendwie erträglich gemacht hat, ist nichts zu spüren. Schade, Bobby. Ich hoffe, es geht dir gut?

Immerhin hat uns dieser Song die Erkenntnis beschert, dass Asche offenbar ein nachtragender Sack ist: 16 Jahre (!) schwelte der Ärger in ihm, dass B-Tight ihm seinerzeit, nachdem er sein Demo gehört hatte, geraten hatte, er solle sich lieber aufs Boxen konzentrieren, "mit Rapmusik wird das nie im Leben was."

Aua, aua, da hat B-Tight anno Tobak wohl einen wunden Punkt getroffen. Asche fühlte sich jedenfalls berufen, die olle Kamelle nun in einer Insta-Story auszupacken und B-Tight als "Anhängsel einer Gruppe, in der er nie eine Rolle gespielt hatte", zu schmähen. Naja, Anfang/Mitte der 2000er, als Aggro Berlin groß war, wie alt war Asche da? Zehn? Elf? Schon möglich, dass er da manches nicht so genau mitbekommen hat.

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