Sad Baddie Anthem
"Hinter Dieser Tür" gehört, habt ihr hoffentlich gemerkt, nicht in die Reihe der Tracks, mit denen ich fremdele. Die "Sad Baddie Anthem" von Verifiziert dagegen darf sich dort wieder einreihen:
Eigentlich hab' ich gar nix gegen diese Österreicherin, aber ... aaach, ich weiß ja nicht. Dieser Yannik™ sagte es neulich erst: Hat denn wirklich niemand mehr eine glückliche, funktionierende, nicht-toxische Beziehung? Alle jaulen sie nur herum, wie schlecht sie von ihrem Gegenüber behandelt werden oder wurden. Nie ist irgendwas schön oder gut, immer zu viel oder zu wenig, ich finds kolossal ermüdend.
Klar, auch Grim hat in seinem Song eine Herzbruch-Geschichte erzählt. Aber irgendwie hat er diesen Zustand nach dem Bruch, die Verlorenheit, den Schmerz und die ganze brutale Ratlosigkeit transportiert gekriegt. Er hat reingelassen, in seine Hölle, wohingegen Verifiziert auf mich wirkt, als halte sie mit aller Gewalt auf Abstand. Sie klingt nicht gebeutelt oder mitgenommen, sondern völlig distanziert.
Zudem bestehen ihre Zeilen leider aus absolut unkreativen Plattitüden: "Es tut dir nicht mal leid. Wir war'n Bonnie und Clyde. Hab' lang deshalb geweint. Doch das ist jetzt vorbei." Na, herzlichen Glückwunsch. Dass auch hier niemand eine Idee fürs Video zu haben schien, passt immerhin zum Text.
An alle aufstrebenden und etablierten Künstler*innen da draußen: Bitte keine weiteren Bonnie-und-Clyde-Vergleiche mehr, es reicht. Danke.
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