Sido vs. Bushido
Angesichts solcher Geschichten kommt einem das Gebaren anderer gleich noch ein Stückchen lächerlicher vor als ohnehin schon. Wobei ich schon Probleme habe, zu entscheiden, ob ich Sido oder Bushido für den größeren Treppenwitz der deutschen Rap-Geschichte halten soll. Irgendwie gewinnt den Sell-Out-Contest immer der, den ich gerade genauer betrachte.
Aktuell hat Sido die Nase wieder knapp vorne: Ja, Bushido hat seinen Arsch an RTL und Dieter Bohlen verhurt, wofür ihn die Verachtung seines eigenen jüngeren Ichs wahrscheinlich noch die nächsten Jahrzehnte hindurch heimsuchen wird. Aber dass sich ausgerechnet Sido, der auch schon durch jedes zweite TV-Format gekullert ist, über den Ex-Labelkollegen erhebt ... süß. Um nicht zu sagen: gewaltig bigott.
Im RTL+-Podcast mit Ex-9Live-Moderator Max Schradin (in dem er bestimmt rein deshalb zu Gast war, um seine musikalische Credibility zu demonstrieren) erzählt Sido jedenfalls, er habe das Angebot, sich gegen eine Millionengage in die DSDS-Jury zu setzen, abgelehnt - im Gegensatz zu Bushido. Der wiederum betrachte Musik nur noch als Tool zum Geldmachen - im Gegensatz zu ihm? Sowas ...
... oder sowas ...
... müsste ich eigentlich gar nicht herauskramen, damit die in Neonfarben blinkende Frage durch den Raum hüpft: Wofür genau hält Sido SEINE Musik?
Eigentlich genügte dafür die Reihenfolge, die dabei herauskam, als Schradin ihn Kolleg*innen ranken ließ: Bushido landete, wie gesagt, weit hinten, knapp vor Ikkimel. Für einen besseren Rapper als Souly oder Kollegah hält Sido demnach aber Mark Forster (?), und besser als der schnitten nur die irren Spitter*innen Apache 207 und Nina Chuba sowie RAF Camora und Filow ab. Wisst ihr Bescheid.
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