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Arbeiterlieder?

Sobald es um Geld geht, das hat die Geschichte ja schon oft genug gezeigt, wirft manch eine*r die eigenen Werte ja schneller über Bord, als man gucken kann. Nicht, dass ich von Kollegah irgendeine stabile Haltung erwartet hätte. Von Kool Savas, immerhin der Sohn eines Mannes, der für seine Überzeugung im Knast saß, dagegen schon irgendwie.

Deswegen hat mich sein Auftritt bei der Anti-Gewerkschafts-Veranstaltung da unlängst in diesem Tesla-Werk auch wesentlich mehr erschüttert als eine wahrscheinliche Verstrickung Kollegahs in ultrarechte Zirkel. Die Frage drängte sich auf: Was zum Henker hat Savas geritten? Nicht nur, dass er sich überhaupt für ein Betriebsfest ausgerechnet bei Tesla buchgen ließ, versuchte er auch noch, "Elon-Elon!"-Sprechchöre anzuzetteln? Hä? Als handle es sich bei Elon Musk nicht ziemlich bekanntermaßen um einen homo- wie transphoben sexistischen Rassisten, gehts noch?

Nachdem ihm dafür der verdiente Shitstorm um die Ohren flog, sei zu Savas' halbwegs-er Ehrenrettung gesagt, dass er sich inzwischen entschuldigt hat. Zumindest ... kind of: In einem Statement auf Instagram schreibt er, er habe lediglich den Arbeitern im Werk eine Freude machen wollen. Auf deren Seite stehe er nämlich: "Alles andere widerspricht meiner Geschichte, der Geschichte meiner Familie und allem, wofür ich seit Jahrzehnten öffentlich eintrete." Ich mag mich täuschen, aber "Elon, Elon!" halte ich für eine relativ merkwürdige Solidaritätsbekundung.

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