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Zurück an den Herd, Weib!

Das ganze Gossip-Begleit-Kasperletheater rundherum kann aber halt auch spannend sein. Deswegen (und weil ich sie gerade am Rand erwähnt habe) werde ich den Teufel tun und euch verschweigen, dass Shirin David mit ihrer Netflix-Doku ganz und gar nicht glücklich zu sein scheint. Gut, das habe ich mir schon gedacht, weil sie damals ganz ohne Shirins übliches großes Promo-Bohei erschien, quasi klammheimlich veröffentlicht wurde.

Auf den Film angesprochen, beschwert sie sich nun, das von ihr gezeichnete Bild sei "nicht authentisch" gewesen, es sei einzig und allein darum gegangen, "die Leidensgeschichte einer angeblich völlig überforderten Frau" zu zeigen. Sie habe kein Mitspracherecht beim Schnitt gehabt, deswegen seien Szenen unter den Tisch gefallen, die ein differenziertes Bild ihrer Person gezeichnet hätten, und überhaupt teile sie das Schicksal der meisten Frauen: Während Männer "zelebriert werden für die Hälfte der Leistung", werden erfolgreiche Frauen klischeehaft und stereotyp abgebildet. Im Film dann wohl als Heulsuse, die unentwegt darüber greint, nicht alles unter Kontrolle zu haben.

Ich weiß jetzt nicht genau, wie sie glaubt, einen solchen Eindruck damit aus der Welt zu schaffen, dass sie jetzt darüber herumgreint, nicht alles unter Kontrolle gehabt zu haben (den Schnitt, zum Beispiel), aber sie hat schon nicht zwingend Unrecht, wenn sie sagt: Frauen müssen in der Tat viel mehr leisten als Männer, sie werden nach anderen Maßstäben beurteilt, chronisch nicht ernstgenommen, und müssen sich härtere, meist auch viel, viel unsachlichere Kritik gefallen lassen.

Ich kann mir zum Beispiel beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Journalistin einem männlichen Künstler, der sich beschwert, er sei nicht korrekt dargestellt worden, herablassend raten würde, doch bitte wieder Selfies posten zu gehen. So geschehen im Stern:


Man muss Shirin David gar nicht sympathisch finden. Tu' ich auch nicht, ich halte sie für eine bedauernswert einsame Seele, die wahrscheinlich deshalb derart auf ihr Business und ihren wirtschaftlichen Erfolg fixiert ist, weil sie einfach nichts anderes hat. Aber man hätte sich für so einen Artikel schon ruhig mal mit ihren inhaltlichen Punkten auseinandersetzen können. Autor Moritz Hackl watscht sie stattdessen mit einem kaum verklausulierten "Husch, zurück an den Herd, Weib!" ab. Gehts noch?

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