Lebt denn dr alte Holzmichl noch?
Dass es heute Rapperinnen wie Yung FSK18 gibt, ist eigentlich ein gutes Zeichen für die vielen Richtungen, in die sich Deutschrap entwickelt hat. Manch ein*e Traditionalist*in wird das aber auch als untrügliches Indiz dafür betrachten, dass es mit dem Genre steil bergab geht. So es denn überhaupt noch am Leben ist.
... womit wir bei einer Frage angekommen wären, die (meist selbsterklärte) Realkeeper*innen schon stellen, seit das Genre existiert, und schon immer fand ich sie dumm: Ist Deutschrap tot? Heute bekommen Ikkimel oder Ski Aggu die Schuld zugeschoben, früher waren es Shirin David oder Capital 'Lelele' Bra, davor SXTN, die Aggroberliner oder, noch früher, die Fantastischen Vier, die den Hip Hop gemeuchelt haben sollen ... irgendein Buh-Mann, sehr gerne auch eine Buh-Frau oder eine Buh-Crew hat sich noch immer finden lassen, wenn Leute irritiert davon waren, dass sich Musik über die Jahre und Jahrzehnte halt verändert. Irgendwelche junge Acts machen es anders als die Generation davor, haben damit unverschämterweise Erfolg, und wir können runterzählen: Die große Totenklage startet in drei ... zwei ... eins ...
Nun scheint es wieder einmal so weit zu sein: Bei "13 Fragen", dem Debattenformat von ZDF kultur, wollten sie es wissen: Lebt denn dr alte Holzmichel noch? In der Arena stehen (unter anderem) Celo Minati, Jaysus und Paul von 01099 auf Rapper*innenseite, außerdem Simon Vogt (ihr wisst schon, der mit den Interviews).
So nutzlos ich die Ausgangsfrage finde, und so totgeritten die Diskussion darüber, was "echter Rap" sein soll und was nicht: Ich kann nicht bestreiten, dass es mir einen Scheißspaß macht, Menschen, die Rap lieben, dabei zuzuhören, wie sie über Rap reden. Wir sollten eh viel öfter über Rap reden:
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