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Serbien: Lavina - "Kraj Mene"

Wen haben wir denn hier?

Ach, irgendwie fühlt es sich dann doch wie eine Wohltat an, wenn zwischen all den Casting-Show-Leuten mal eine "echte" Band auf der Bühne steht. Eine solche darf beim ersten Halbfinale den Sack zuschnüren: die Prog-Metall-Combo Lavina, nämlich. Die gründeten sich 2020, veröffentlichten zwei Jahre später ihr Debüt-Album und rocken und röhren seither entschlossen vor sich hin. "Lavina" bedeutet, wer hätte das gedacht, "Lawine". Den serbischen Vorentscheid gewannen sie entsprechend Erdrutsch-artig mit weitem Abstand - und mit dem allerersten Song, den sie in ihrer Landessprache aufgenommen haben.

Was singen die da?

"Kraj Mene" bedeutet "neben mir". Genau da hält der dramatische Vampir-Onkel einen Platz für dich frei, während ihn seine unerwiderte Liebe nahezu um-, auf jeden Fall aber um den Verstand bringt. Tragisch, aber: Machste nix. Außer schreien, halt.

Wie finden wir das?

Anfangs, als der Typ da, schier erdrückt von seinem dramatischen Vampir-Gewand (Schulterpolster! Schon wieder!), dasteht und lossingt, ist noch nicht ganz klar, wohin sich "Kraj Mene" entwickeln mag. Die Weichen sind aber gestellt, kaum dass er den Umhang von sich geworfen hat und seine Hintermannschaft losrockt. Ich bin kein Riesenfan von so operettenhaftem Gesinge und versteh' nix von harten Gitarren. Aber je weniger der trällert und je mehr er brüllt, desto besser gefällt mir das. Pyro ist natürlich auch immer fein. Doch, ja: Ein heftiger Schlussakkord für die erste Runde.

Hat das Chancen?

Auf den Einzug ins Finale würde ich wetten, locker. Dort reichts dann aber wahrscheinlich maximal fürs obere Mittelfeld.

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