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Bulgarien: Dara - "Bangaranga"

Wen haben wir denn hier?

Zweites Halbfinale, los gehts: Als Dritte verließ Dara 2015 die bulgarische Ausgabe von "The X Factor", den Vorentscheid zum ESC 2026 hat sie - sonst stünde sie ja jetzt nicht hier - gewonnen. Mit deutlicher Mehrheit der Jury und des Publikums, wie es hieß. Da der ausstrahlende Sender BNT aber entschieden hatte, die Ergebnisse des Publikumsvotings nicht (wie noch im Halbfinale) einzublenden, so dass die Zuschauer*innen das Rennen in Echtzeit verfolgen konnten, brach hinterher ein Sturm der Entrüstung los. Schiebung und Mauschelei vermuteten viele hinter der plötzlichen Intransparenz, und natürlich entlud sich der Volkszorn über der Interpretin.

Dara, mit Singles in den Charts und Streamingzahlen im hohen zweistelligen Millionenbereich eine der erfolgreichsten Pop-Acts Bulgariens, bat sich nach ihrem Gewinn des Vorentscheids Bedenkzeit aus, um zu überlegen, ob sie überhaupt nach Wien fahren wolle. "Statt mich zu freuen und aus diesem Sieg die Kraft zu schöpfen, die mich mit Schwung weiter in Richtung des eigentlichen Wettbewerbs tragen sollte, hatte ich schlaflose Nächte", schrieb sie in einem Statement. "Der Hass in den sozialen Netzwerken hat mich nicht einfach nur getroffen – er hat mich erschüttert und zerrissen (...) Ich weiß nicht, ob sich all das lohnt, wenn der Preis meine psychische Gesundheit ist." Offensichtlich hat ihre Abwägung ergeben: Es lohnt sich doch. Hoffentlich irrt sie sich damit nicht

Was singt die da?

Ja ... sagt ihr es mir?! Dara ist der, die oder das Bangaranga. Was immer das sein mag. Ich habe Genius gefragt und erfahren, es handle sich um "sounds that Bulgarian kukeri make", was die nächste Frage nach sich zog: Was zum Henker ist ein*e Kukeri? Das wiederum verrät uns die allwissende Müllhalde Wikipedia: "Kukeri ist ein traditionelles Spiel von tiergestaltigen Maskentänzern in Bulgarien, das im Winter oder Frühjahr zu regional unterschiedlichen Zeiten zwischen Neujahr und der Fastenzeit veranstaltet wird." Himmel, hilf: Es ist Fasnet! Ich muss weg.

Wie finden wir das?

Ach, je, wie sag ichs? Superzopfiger Gesangs-Chorus trifft in den Verses auf zwar hart pumpende, aber auch nicht gerade kreative Dancebeats. Nach einer Minute haben wir alles gehört und gesehen, das der Track bietet. Er dauert aber drei Minuten, merkt ihr was? Dara und ihre Aerobic-Gruppe machen also alles nochmal von vorne, und dann nochmal. Obwohl es schon beim ersten Mal nicht spannend war.

Hat das Chancen?

Tut mir leid, aber: nein.

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