Aserbaidschan: Jiva- "Just Go"
Wen haben wir denn hier?
Jiva heißt eigentlich Cəmilə Həşimova, aber das hat ja wirklich gar keinen Diva-Appeal. Die in Moskau geborene Sängerin hat ihre Sporen in diversen Castingshows verdient, unter anderem bei "The Voice of Azerbaijan". Sie hat aber auch bereits in ernstzunehmenden Pop- und Jazz-Kontexten zu tun gehabt, beim Montreux Jazz Festival steht eine wahrscheinlich nicht ganz ohne Grund auf der Bühne. Um am ESC teilzunehmen, hat sie 2011 bereits einen Anlauf unternommen, damals schaffte sie es im Vorentscheid immerhin unter die Top drei. 15 Jahre später hat es nun geklappt, und: Hier ist sie. Sicherlich eine der erfahreneren Kandidat*innen im Feld.
Was singt die da?
Ihr hört es ja: "Just Go", "verpiss dich doch endlich." In der Bridge: dasselbe nochmal auf Aserbaidschanisch. "Hau ab, du hängst mir zum Hals raus." Man fragt sich ja schon, warum die Frau dann nicht endlich selber geht, aber ... so sind solche klassischen Drama-Balladen ja gestrickt. Piano und Streicher machen auch noch dem taubsten Nüsschen von der ersten Sekunde an klar: Jetzt wirds emotional, du Hirni! Im Refrain dreht Jiva, Whitney-Houston-Style, dann richtig auf.
Wie finden wir das?
Laaaangweilig, weil gar schrecklich absehbar. Solche Songs gab es schon hundertmal, solche Songs werden immer und immer und immer wiederkommen. Joah, es ist gut gesungen. Das wars dann aber auch schon.
Hat das Chancen?
Vertraute Strickmuster verfangen ja oft, deswegen würde ich einen solchen Beitrag gar nicht unbedingt abschreiben. Mein Tipp wäre gewesen: irgendwo oberes Mittelfeld. Aber was weiß ich schon? Die Wettanbieter sagen etwas anderes: Sie prophezeien niemandem ein wahrscheinlicheres Ausscheiden bereits im Halbfinale als Jiva. Ihr Titel bewahrheitet sich also vielleicht schneller als gedacht: "Just Go".
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