Rumänien: Alexandra Căpitănescu - "Choke Me"
Wen haben wir denn hier?
Zum ersten Mal seit drei Jahren tritt Rumänien wieder an, und sie schicken uns, wie sollte es anders sein, eine Frau, die über Casting-Shows bekannt wurde. Alexandra Căpitănescu hat mit 15 an "Romanii Au Talent" teilgenommen, später außerdem an der rumänischen Ausgabe von "The Voice", die hat sie gewonnen. Ein richtiges Leben hat sie trotzdem noch: In dem studiert sie Physik.
Was singt die da?
"I want you to choke me"? Na, meins wär' das nicht, aber zum Glück sind die Vorlieben der Menschen unterschiedlich. Selbsterklärte Moralapostel*innen trieb der BDSM-Kontext, den sie den Lyrics (warum nur?) zuschrieben, bereits auf die Barrikaden. Forderungen, sie möge den Text ent-sexualisieren, begegnete Căpitănescu mit der Entgegnung, das Lied habe gar keine sexuelle Ebene, es gehe einzig und allein um erdrückende Gefühle und Selbstzweifel, die eine*n zu ersticken drohten. Ja, sicher.
Wie finden wir das?
Ich möchte an dieser Stelle Abbitte leisten für alles, das ich über den Frontvampir von Lavina geschrieben hatte. Vor diesem Beitrag wusste ich weder, was operettenhafter Gesang überhaupt ist, noch ahnte ich, in welche Sphären Schulterpolster vordringen können. Pardon. Wenn unbedingt hart gerockt werden muss, hat mir der serbische Beitrag besser gefallen. Der kam mir schon überspannt vor. Das hier dagegen ist in jeder Hinsicht drüber und wirkt entsprechend gar nicht mehr authentisch.
Hat das Chancen?
Aufs Finale? Ziemlich sicher. Dort? Würde sagen: oberes letztes Drittel.
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