Griechenland: Akylas - "Ferto"
Wen haben wir denn hier?
Die queere Community Griechenlands feiert die Entsendung von Akylas als mutigen Schritt und Leuchtfeuer für mehr Sichtbarkeit. Was im ESC-Kontext erfreulicherweise gar nicht weiter auffällt, ist in einem Land, in dem orthodoxe Religiösität fest im Sattel sitzt, eben doch noch immer nicht die Regel. Akylas ist, obwohl er die Ausbildung an einer Musikschule geschmissen und stattdessen eine Kochschule durchlaufen hat, Sänger und Songwriter geworden. Er sang auf Kreuzfahrschiffen und nahm an "The Voice of Greece" teil. Zu Bekanntheit gekommen ist er allerdings mit Songcovern auf TikTok.
Was singt der da?
In erster Linie singt er mal auf Griechisch. "Ferto" bedeutet "Bring es" und spricht sich gegen Konsum und Gier aus, und gegen das Sich-Verbiegen, um in eine Leistungsgesellschaft reinzupassen. Zwischendurch kippt die Dance-Pop-Nummer in ein Balladen-Intermezzo, das wiederum eine Hommage an sich aufopfernde Mütter darstellt. Habe ich mir von sprachkundigen Menschen sagen lassen. Wer des Griechichen mächtig ist, möge das gerne überprüfen.
Wie finden wir das?
Traditionelle Melodien, eingebettet in elektronischen Sound: Das hören wir beim ESC nicht zum ersten Mal. Es hat trotzdem immer was. Akylas erweckt zuerst den Anschein, als sei er zwar okay, wenn auch nicht über die Maßen beeindruckend bei Stimme. Der Part an, für oder über die "Mama" zeigt dann aber, dass da wohl doch noch mächtig Potenzial schlummert. Ganz grundsätzlich bin ich natürlich schon völlig hingerissen von Outfit und Visuals. Bitte! Katzenohrenmützen, Plüschstiefel und ein Jump-N-Run-Hintergrund ... ich versteh' voll, warum das im griechischen Vorentscheid nicht nur die Jury überzeugte, sondern auch die Herzen des Publikums im Sturm nahm.
Hat das Chancen?
Die professionellen Wettquoten-Orakel sehen "Ferto" auf jeden Fall ins Finale einziehen und verorten es dort locker unter den ersten Fünf. Fände super.
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