Platz 7: Laura Nahr - "Wonderland"
"Im Zentrum ihrer Songs stehen persönliche Erfahrungen", bekommen wir über Laura Nahr erzählt. Was sind das denn für welche? "Liebe, Verlust, Selbstfindung und das Gefühl, sich im Übergang zum Erwachsenwerden neu orientieren zu müssen." Ah, ja. Individuell as fuck, I guess, für "a twenty-something girl", als das sie sich ja direkt vorstellt. "In ihrem ESC-Song 'Wonderland' verhandelt Laura das Gefühl, irgendwo zwischen Aufbruch und Überforderung festzustecken, auf der Suche nach Orientierung, Sinn und einem eigenen Platz in einer Welt, die selten stillsteht. Wonderland ist kein Märchen, sondern ein ehrlicher Blick auf das Chaos des Erwachsenwerdens."
Problem nur: von diesem Chaos hört man nullkommanichts, und so wahnsinnig spannend ist diese Allgemeinplatz-Experience halt auch wirklich nicht. Das wäre ein bisschen weniger schlimm, wäre die Nummer musikalisch irgendwie aufregend in Szene gesetzt, aber: nö. Das Ding startet wie die nächste dramatische Klavierballade, serviert an Streicherschmonz, kippt dann aber in einen Tanz-Pop-Song, der so egal klingt, dass das noch nicht einmal jemand abstrafen wollen würde. Wofür denn auch?
Sollte Laura Nahr sich (gegen jede Erwartung) im Vorentscheid durchsetzen, lautet meine Prognose: unteres Mittelfeld, und da gehörte es auch hin. Immerhin bietet sich der Beatswitch für ein Wechselkleid an. Wenn sie das nicht mitbringt, wäre wirklich jedes Potenzial verschenkt.
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