Platz 5: Ragazzki - "Ciao Ragazzki"
Nachtrag zum Thema "verschenktes Potenzial": Hier haben wir das Paradebeispiel dafür. Marti Fischer hätte wirklich alles machen können. Alles! Dass er es könnte, wissen alle, die jemals auch nur ein halbes Auge auf seinen musikalischen Output geworfen haben. Warum dieses Stilchamäleon seine Chance, zum ESC zu fahren, dann damit verplempert, den Sieger der Herzen vom Vorjahr in schlechter zu kopieren, verstehe, wer will. "Wir wollen das Publikum mit Italo-Disco und Polska-Pop aufheizen und Europa feiern, so das erklärte Ziel von Fischer und seinem Partner im Versagen, Miirtek. "Mit unseren knallenden 80er-Disco-Beats reißen wir alle Nonnas und Babunias vom Hocker."
Ach, bitte, Ragazzki! Das bisschen Der-Familie-Popolski-Aroma, das ihr da in euren "Espresso Macchiato"-Rip-Off quirlt, täuscht doch wahrlich niemanden darüber hinweg, dass euer Lied genau das ist: ein schamloser "Espresso Machchiato"-Rip-Off. Bei Tommy Cash hat das im letzten Jahr gut funktioniert, die ESC-Erfahrung zeigt aber: zweimal hintereinander auf dasselbe Pferd setzen, zahlt sich quasi nie aus. Zumal sich bei der Wiederholung wahrscheinlich noch nicht einmal mehr italienische Faschos von der erneuten Verhohnepipelung ihrer Sprache und den Italoklischeeparade besonders auf den Schlips getreten fühlen. Die echauffieren sich doch höchstens noch über die im Video zerbrochenen Spaghetti, Sakrileg. Bezweifle stark, dass das reicht, um überhaupt Gesprächsthema zu werden.
Wenn wir DAS nach Wien schicken (was angesichts des Rhabarberbar-Hypes ja durchaus zu befürchten steht), können wir auch direkt zu Hause bleiben. Prognose, falls es antritt: verdient unter den letzten fünf.
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