Ohne Mainact kein Festival: Weil der US-Rapper nicht nach Großbritannien kommen darf, fällt das Festival im Londoner Finsbury Park aus.

London (mag) - Nachdem die britische Regierung Kanye West gestern die Einreise ins Land verweigerte, ist das für Juli angesetzte Wireless Festival komplett abgesagt. Der Rapper hätte das Londoner Festival im Finsbury Park im Juli an drei Tagen headlinen sollen.

Schon im Vorfeld hatte es öffentliche Kritik an der Verpflichtung Yes gegeben, u.a. von Premierminister Keir Starmer und Londons Bürgermeister Sadiq Khan. Ein Auftritt des umstrittenen Rappers sei mit dem Gemeinwohl nicht vereinbar. Zudem hatten Festival-Sponsoren wie Pepsi, Rockstar Energy und Diageo ihr Engagement zurückgezogen.

Kanye fällt seit Jahren mit antisemitischen und rassistischen Ausfällen auf. So veröffentlichte er 2025 einen Track namens "Heil Hitler". Im Januar 2026 entschuldigte sich West öffentlich im Wall Street Journal für seine Ausfälle, die er auf seine bipolare Störung zurückführte. Wireless-Chef Melvin Benn hatte in diesem Sinne bis zuletzt betont, dass jeder "eine zweite Chance" verdient habe. Weitere Acts hatte das Wireless noch nicht veröffentlicht. Gekaufte Ticktes, heißt es nun auf der Website, würden automatisch und vollständig zurückerstattet.

Taten statt Worte

Mitten in der Debatte um seinen geplanten Wireless-Auftritt hatte sich West auch selbst zu Wort gemeldet und die britische jüdische Community um ein Treffen gebeten. Man habe zwar Mitgefühl angesichts der gesundheitlichen Probleme des Rappers und sei grundsätzlich dazu bereit, so Phil Rosenberg, Präsident der größten jüdischen Organisation im Vereinigten Königreich, doch statt Worten müssten erst einmal Taten folgen und Kayne seinen Wireless-Auftritt absagen, zitiert der Rolling Stone.

Der Rapper tourt im Sommer mit seinem neuem Album "Bully" nach 14 Jahren Pause erstmals wieder in Europa, bisher sind Gigs in den Niederlanden, Italien, Spanien und Frankreich bestätigt. Doch auch dort regt sich Widerstand. So sagte etwa der Bürgermeister von Marseille, Benoît Payan, dass Antisemitismus in seiner Stadt nicht willkommen sei.

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