TXT: Live und in Farbe, Pt. 2
Zum Gig selbst: Da war auf jeden Fall eine ganze Menge Energie im Haus. Ich fand es faszinierend, dass mir oft die Passagen am besten gefallen haben, in denen TXT nicht die klassische Song-Choreographie abgespult haben. Das einmal in echt zu sehen, ist zwar durchaus cool, aber man spürt doch, dass diese Art von Tanz sehr für kleine Räume und Kameras konzipiert ist. Gerade im Mittelteil gab es Stellen, an denen die Jungs sich ein bisschen aus Formation lösen durften, mehr auf das Publikum zugegangen sind und mir mehr Liveshow-Vibes gegeben haben. Tanzen sie ihre geschlossenen Choreos, fühle ich mich ein bisschen mehr wie in einem Ballett.
In der zweiten Hälfte gab es Solo-Tanz-Momente, ein Drumsolo, ein paar Balladen. Auch als Nicht-Stan fühlte ich mich von der Mischung aus Titeltracks und B-Seiten eigentlich sehr zufriedenstellend abgeholt, auch wenn ich hier und da nicht ganz wusste, was gerade passiert. Die Mikrophone waren die ganze Zeit an, man merkt, dass da handwerklich viel dahintersteckt. Dazu kamen wirklich permanente intermediale Momente, wechselnde Outfits und Bühnendesigns. Man kann sich also über mangelnden Effort und die Inszenierung wirklich nicht beklagen.
Wenn ich für irgendetwas Abzüge in der B-Note verteilen würde, dann vermutlich dafür, dass das Gerede zwischendrin stellenweise ein bisschen zu lange dauerte. Irgendeiner von denen hat an einer Stelle sicher fünf Minuten damit verbracht, uns Berlin zu erklären. Es sei die Stadt der Künste und es gäbe diese Mauer. Ich weiß nicht, ich müsste in Paris den Parisern auch nicht erklären, was der Eiffelturm ist, aber dem infernalischen Gekreische nach zu urteilen, das wirklich jeder Wortmeldung folgte, waren die Leute auch damit happy. Wer bin ich, das zu beurteilen?
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