Ritter, Magie und ein Renaissance-Jahrmarkt schüren die Vorfreude auf das neue Album "Lost Weekend".
Los Angeles (map) - Phoebe Bridgers meldet sich endlich zurück: Nach der Ankündigung ihres neuen Albums "Lost Weekend", das am 14. August über Dead Oceans erscheint, veröffentlicht die vierfache Grammy-Gewinnerin mit "Lost Boys" die erste Single daraus.
Musikalisch bleibt Phoebe Bridgers ihrem unverwechselbaren Sound treu: Sanfte Akustikgitarren, zurückhaltende Drums und schwebende Streicher bauen eine melancholische Atmosphäre auf, bevor der Song im Refrain mit spürbar mehr Energie und Nachdruck aufbricht. Auch die markante Trompete, die Fans bereits aus Songs wie "Kyoto" oder "I Know the End" kennen, ist wieder herauszuhören.
Ein besonderes Highlight setzt der Moment kurz vor dem letzten Refrain, wenn ein laut herausgeschrienes "1, 2, 3, 4!" den Song noch einmal mit voller Wucht nach vorne treibt. Inhaltlich spielt "Lost Boys" vermutlich auf die verlorenen Jungen aus Peter Pan an, jene Kinder, die niemals erwachsen werden wollen: "Lost boys / Never grow up, never go home."
Die Veröffentlichung begleitet ein surreales Musikvideo, entstanden unter der Regie von Lance Oppenheim und Pablo Rochat. Darin taucht Phoebe Bridgers in die Welt eines Renaissance-Jahrmarkts und eines Live-Action-Role-Plays ein: Männer in Rüstungen rasen auf Motorrädern der Sonne entgegen, Schauspieler Skyler Gisondo verwandelt sich vom Tankstellenkassierer in einen Ritter in glänzender Rüstung, und Bridgers selbst wirkt wie eine magische Elfenkönigin. Es endet in einer märchenhaften Szene, in der alle gemeinsam mitten im Wald unter einer Discokugel tanzen. Die Bilder greifen die Idee der "Lost Boys" auf: Männer, die noch immer Ritter spielen wie Kinder.
Es ist Bridgers' erstes neues Originalmaterial seit der 2022 erschienenen Single "Sidelines" und seit dem letzten Soloalbum "Punisher" aus dem Jahr 2020. Passend dazu hat die Singer-Songwriterin ihre Arena-Tour angekündigt, die sie auch für zwei Konzerte nach Deutschland führt.
Nach der langen musikalischen Pause liefert Bridgers mit diesem Song genau das, was man von ihr erwartet: emotional, eindringlich und schön arrangiert. Zwar hätte man nach sechs Jahren vielleicht auch einen mutigeren Neuanfang erhofft, dennoch ist die Single ein starker Auftakt, der die Vorfreude auf das Album weiter wachsen lässt.

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