Platz 5: Like A Prayer (1989)
Ohne "Like A Prayer" würde diese Liste hier möglicherweise nicht erscheinen. 1989 ist es das Album, das aus dem von ach so erwachsenen Musikkenner:innen belächelten Pop-Sternchen mit Ehekrise, Filmflops und Scheidung eine in ihren Augen ernstzunehmende Musikerin formt, während ihr gleichzeitig die langsam heranwachsenden Teens treu bleiben. Plötzlich hören wir Gospelchöre, Gitarren, Soul-Anleihen und einen Song mit dem allseits angesehenen Prince – ohne dass Madonna dabei die großen Hooks opfert.
Ihre Texte handeln nun von Glaubenszweifeln, zerbrochenen Beziehungen, dem Tod ihrer Mutter und ihrem gewalttätigen Vater. Das grandiose und mit einem im "Metropolis"-Stil von David Fincher gestalteten Video ausgestattete "Express Yourself" handelt von weiblicher Selbstbestimmung. Im Video der Vorabsingle "Like A Prayer" finden sich brennende Kreuze und ein Kuss mit einem schwarzen Jesus wieder. Pepsi zieht den gemeinsamen Werbespot zurück, religiöse Gruppen flippen aus, und der Vatikan inklusive Papst Johannes Paul II. geht auf die Barrikaden. Kurz: Madonna ist überall. Vor allem an der Spitze der Charts.
Die Stärke des Albums ist jedoch, dass sie sich unter all dem Wahnsinn in der Präsentation ihrer Songs so nahbar wie nie zeigt. "Like A Prayer" stellt den Wendepunkt dar, der den Mythos Madonna in der heutigen Form erst ermöglichte: ein Album, das im Gegensatz zu einigen anderen ihrer Longplayer auch abseits der Ära, in der es veröffentlicht wurde, noch funktioniert. Zudem roch kein CD-Heft je so gut wie dieses, das tief in Parfüm getaucht war. Fast zwanzig Jahre lang. Wer einmal daran geschnuppert hat, weiß, was gemeint ist. Mittlerweile hat sich dieser Geruch leider verflüchtigt.
Anspieltipps:
"Like A Prayer", "Express Yourself", "Cherish", "Oh Father"
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