1. Brian Eno - "Music For Airports"
Und wir enden mit dem ebenso voraussehbarsten wie offensichtlichsten wie objektiv richtigsten Pick, mit dem man eine derartige Liste zu Ende bringen könnte. Ja, das beste Ambient-Album ist und bleibt "Music For Airports". Nicht nur, weil es so unglaublich revolutionär und vorausdenkend und clever bleibt, sondern weil es als reine Musik bis heute funktioniert wie Hölle.
Wenn heute Leute von Ambient sprechen, als wäre auch das nur Muzak, dann verstehen sie etwas falsch: Eno macht dieses Album in Resonanz auf seine Erfahrung an Flughäfen als jemand, der viel Zeit an Flughafen verbracht hat und dort viel Muzak zu hören bekommen hat. "Music For Airports" ist Social Anxiety Horror darüber, dass Flughäfen unheimliche, überstimulierende Liminal Spaces sind, mit denen man menschlich nicht klarkommen dürfte.
Point in case: Immer wieder, unter anderem in Köln, haben clevere Flughafenmenschen gedacht, es wäre doch der einfachste Trick der Welt, dieses Album an einem Flughafen zu spielen. Immer wieder kam das Feedback: Die Leute mögen das nicht. Die Leute sehen, dass das fast Spa-Musik ist, aber dann eben doch nicht. Die Leute haben Angst.
"Music For Airports" ist vor allem ein Stück Musik, wie man es noch nie gehört hat. Selbst nach all den Jahren, in denen Leute dieses Album kopierten, klingt nichts wie dieses Album. Es ist eine völlig andere Welt. Es sind musikalische Backrooms. Gleichzeitig ist es erhebend, groß und transzendent. Egal, wie man emotional auf diese Album reagieren mag, es ist schwer zu leugnen, dass hier etwas absolut Singuläres passiert ist.
Noch keine Kommentare