2. Haruomi Hosono - "Watering A Flower"
Und wenn wir schon bei persönlichen Gems sind: Haruomi Hosono. Irrer Typ. Der andere japanische Genie-Musiker neben Ryuichi Sakamoto, den man im Grunde kennen muss. Beide haben ähnlich irrsinnige Diskographien, beide waren zusammen im Yellow Magic Orchestra. Hosono ist der Enkel eines Überlebenden der Titanic, hat den City Pop und den japanischen Psychedelic Rock geprägt und dann eine große Serie absolut spektakulärer Ambient-Projekte gemacht.
"Watering A Flower" ist so unscheinbar wie sein Name. Und trotzdem: Wenn man dieses erste Synth-Motiv hört, könnte man sich dem je wieder entziehen? Dieses Album ist die reinste Destillation einer Kindheits-Erinnerung, die man musikalisch formulieren könnte. Dieses Album erklingt, und es entfaltet Gärten, Spielplätze, Schulräume, Hügel hinter der Stadt, Corn-Flakes, Fernsehen vor der Schule, Pokemon Rot. Und es ist nicht einmal nostalgisch dabei. Es lässt diese Bilder einfach nur aufflackern und vergehen. Es ist nüchtern und existenziell darin.
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