18. Pauline Oliveros - "Deep Listening"
Eine Sache, die ich an diesem Ambient-Genre und der darum entstandenen Philosophie so faszinierend finde, ist wie wenig Spotify-Chill das alles eigentlich ist. Im Laufe dieser Liste werden wir immer wieder von extravaganten Sound-Abenteurer*innen hören, die auf der Suche nach dem absonderlichsten Wahrnehmen und Erleben von Klang an sich sind.
Und wenn man von denen spricht, muss man Pauline Oliveros nennen. Die war neben Daphne Oram und Eliane Radigue nicht nur eine wichtige Synth-Pionierin, sondern hat sich auch theoretisch viel mit dieser Neuerung der aufgenommenen Musik beschäftigt. Ihr Buch "Deep Listening" ist absolut faszinierend und voller meditativer Aufgaben, das eigene Hören zu intensivieren. Und sie hat dazu ein Album gemacht, mit ihren Ko-Komponisten Stuart Dempster und Panaiotis.
Meine Lieblingsanekdote dazu ist ohne Frage: Einmal hat sie sich im amerikanischen Outback eine Zisterne gesucht. Tief in der Erde in diesem trapezförmigen Loch aus Eisen hat sie jemanden Posaune spielen lassen. Und das Bild gibt mir bis heute Wanderlust: Abgeschnitten in einem metallenen Brunnen, über dir nur der Himmel und die amerikanische Sonne, weit weg von der Stadt, alleine mit diesem überwältigen klanglichen Erleben. Das tatsächliche Projekt kommt wahrscheinlich nicht an die Physikalität dieses Moments heran, erinnert dafür immer mal wieder an "Space Odyssey".
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