Moby disst "Lola" von den Kinks
Es passiert nicht oft, dass jemand den Kinks, immerhin Säulenheilige der britischen Popgeschichte, ans Bein pinkelt. Moby hat damit allerdings kein Problem. In einem Feature des britischen Guardian bezeichnete er deren Song "Lola" aus dem Jahr 1970 als Song, den er nicht mehr hören könne. "Lola" sei ihm neulich wieder begegnet, "in einer Spotify-Playlist und ich fand den Text widerlich und transphob. Ich mag ihre frühen Songs, aber ich war wirklich schockiert, wie unreif der Text ist."
Der Song, eine Geschichte über sexuelle Ambivalenz im Soho der 60er Jahre, sorgte bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung für Kontroversen, allerdings eher wegen der Erwähnung des Großkonzerns Coca-Cola als wegen des Inhalts über Geschlechtsidentität. Mobys Diss blieb nicht ungehört: Dave Davies sprang seinem Bruder Ray, dem Verfasser des Songs, zur Seite (vermutlich weil der 81-Jährige keinen Instagram-Account führt). Davies teilte dort einen selbsterklärenden Brief der New Yorker Trans-Aktivistin Jayne County zum Inhalt des Songs. County spielte in Filmen von Rosa von Praunheim und Derek Jarman mit und war Sängerin der Punk-Band Wayne County & The Electric Chairs. Dennoch hatte Davies selbst noch etwas hinzuzufügen: "Ich bin zutiefst beleidigt, dass Moby meinen Bruder in irgendeiner Weise als 'unentwickelt' oder transphob bezeichnet."
Marc Almond von Soft Cell sieht es in den Instagram-Kommentaren ähnlich: "Meine Güte, ein genialer, witziger, liebevoller, süßer und wirklich bahnbrechender Song über einen naiven Typen in Soho – einer meiner absoluten Lieblingssongs. Entspann dich!" Geoff Barrow von Portishead zog härtere Bandagen auf: "Ich bin hier, um Moby fertigzumachen. Er wusste ja nicht, was anständige Songtexte sind, weil er nur Lieder von armen Schwarzen klauen konnte."
2 Kommentare
Moby ist ein Sohn und wird es bleiben. Soll sich löschen.
"Moby hat damit allerdings kein Problem."
In Anbetracht seiner Persönlichkeitsstruktur ein wirklich überraschender Aspekt.