Morrissey: Verbitterter Rundumschlag
Um die wirklich schönen Momente auf seinem aktuellen Album "Make-Up Is A Lie" genießen zu können, sollte man öffentliche Äußerungen von Morrisseys weiterhin besser umgehen. Den 3. Platz in den Albumcharts von Großbritannien nutzte er auf seiner Homepage zum routinemäßigen Rundumschlag: "Mit Tränen in den Augen danke ich allen, die daran mitgeholfen haben. Es war ein langer und harter Krieg, in dem wir es ständig mit denen zu tun hatten, die alles versucht haben, um mich aus dem Weg zu räumen." Es sollte klar sein, dass er sich hiermit nicht selbst meint. Schließlich sprechen wir hier von einem Mann, der den Simpsons Rassismus vorgeworfen hat.
Anschließend lässt sich Morrissey tatsächlich dazu herab, Mitarbeiter seiner ehemaligen Labels BMG, Universal und Parlaphone namentlich in den Senkel zu stellen - "niemand von ihnen ist moralisch befugt, über andere zu urteilen." Natürlich darf der britische Guardian in seiner Tirade nicht fehlen: "Ich brauche auf dem Sterbebett auch sicher nicht die vergiftete Zustimmung des Guardian, der auf seinen unerbittlichen Hass sehr stolz ist. Der heutige Sieg ist enorm wichtig, denn obwohl ich nicht die Nummer 1 oder 2 bin, wurden die Sänger, die sowohl auf Platz 1 als auch auf Platz 2 stehen, gnädig nach oben befördert, während diese Morrissey-Sache, wie immer, für manche Leute zu verwirrend ist. Sie ist verwirrend, weil sie den Klang echter Emotionen, echter Lieder und echter Menschen verkörpert. Wir sind nicht verschwunden. Wir bleiben hier."
"I'll Never Be Anybody's Hero Now": Der fantastische Song seines Albums "Ringleader Of The Tormentors" hätte die Zeit ruhig überdauern dürfen, ohne sich 20 Jahre später erschreckend perfekt auf die Figur Morrissey zu beziehen. Es bleibt grotesk, zu welch großartiger Musik solch ein verbitterter Mensch auch heute in Teilen noch zu komponieren imstande ist. We loved him so, many icebergs ago.
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