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Wenn Bots Bots hören: Der erste KI-Streaming-Betrüger muss ins Gefängnis

Michael Smith hat ein nahezu perfektes Musikökosystem geschaffen: KI produzierte Hunderttausende Songs, Tausende Bots hörten sie, Streamingdienste zahlten dafür. Menschen waren praktisch überflüssig. Am 6. Oktober wurde der Amerikaner zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt und muss mehr als acht Millionen Dollar herausgeben. Zeitweise betrieb er 10.000 Botkonten gleichzeitig und verteilte deren Abrufe auf unzählige künstlich erzeugte Titel, um nicht aufzufallen.

Die Dimensionen sind grotesk. Allein im April 2023 erzeugten Smiths Bots auf YouTube Music 80,9 Millionen Streams. Taylor Swifts gesamter Katalog kam im selben Vergleichssegment auf gerade einmal 9,3 Millionen. Ein Mann aus North Carolina hatte also ein Publikum erfunden, das fast neunmal so fleißig Musik hörte wie die Fans eines der größten Popstars der Welt. Dass niemand diese Hörer jemals auf einem Konzert treffen würde, störte die Statistik zunächst nicht.

Dabei war nicht die KI-Musik illegal, sondern die künstlich erzeugte Nachfrage. Smith demonstrierte unfreiwillig, wie absurd die Streamingökonomie werden kann: KI erzeugt die Ware, Bots simulieren den Konsum, Algorithmen verteilen das Geld. Bezahlt wird das letztlich auch aus den Einnahmen echter Musiker. Vielleicht lautet die entscheidende Frage künftig gar nicht mehr, ob künstliche Intelligenz gute Musik schreiben kann, sondern ob überhaupt noch jemand zuhört.

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