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Penny: Endlich Gabber beim Gemüse

Die Clubkultur steckt bekanntlich, der Landwirtschaft und Hotellerie nicht unähnlich gefühlt ununterbrochen seit meiner Geburt in einer schweren Krise. Steigende Pachten, immer höhere Betriebskosten, verändertes Ausgehverhalten und die wachsende Konkurrenz großer Festivals bedrohen die Existenz zahlreicher Veranstaltungsorte. Die Lösung? Am 15. September eröffnete in Hamburg-Borgfelde eine neue Penny-Filiale mit DJ-Kanzel, Clubbeleuchtung, Graffiti und einem kleinen Dancefloor im Kassenbereich. Verantwortlich für die Gestaltung ist der Hamburger EDM-Produzent David Puentez, von seinen Fans liebevoll "Pünti" genannt. Der Markt heißt folgerichtig "Penny Pünti". Der ist im Übrigen schon ganz ok, der Mann.

Der Supermarkt bietet auf mehr als 600 Quadratmetern eine ziemlich gewöhnliche Auswahl an Lebensmitteln, allerdings in einer Umgebung, die sich offenbar an elektronische Clubkultur anlehnen soll. Eine DJ-Booth blickt auf die Obst- und Gemüseabteilung, bunte Lichtelemente sorgen für Atmosphäre, eine Espressobar ergänzt das Angebot. Penny verspricht ausdrücklich, dass Sortiment und Preise denen gewöhnlicher Filialen entsprechen. Wer also gehofft hatte, im Berliner-Rave-Stil zwölf Euro für eine Banane bezahlen zu dürfen, wird enttäuscht.

Besonders faszinierend ist die Idee eines Dancefloors im Kassenbereich. Dort herrscht schließlich traditionell bereits eine Atmosphäre maximaler Anspannung. Menschen suchen hektisch ihre Geldkarten, vergessen ihre PIN und versuchen verzweifelt, den Einkauf schnell genug einzupacken. Mit einer 150-BPM-Bassdrum ließe sich diese Situation zweifellos noch deutlich intensivieren; ich empfehle insbesondere den Klassiker oben. Auch musikalisch bieten sich reizvolle Möglichkeiten: Minimal House an der Käsetheke, Acid Techno beim Leergutautomaten und eine besonders kompromisslose Gabber-Nacht vor dem Kühlregal für reduzierte Fleischwaren.

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