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Erasure: Vierzig Jahre und kein bisschen still

Vince Clarke gehört zu den wenigen Musikern, die mehrfach bewiesen haben, dass Popgeschichte sich mit überraschend wenig technischem Aufwand schreiben lässt. Er war Gründungsmitglied von Depeche Mode, gründete anschließend Yazoo mit Alison Moyet und fand 1985 schließlich mit Andy Bell zu Erasure. Seitdem entstanden zahllose Synthpop-Klassiker, deren musikalische Grundform ebenso einfach wie wirkungsvoll ist: ein prägnanter elektronischer Rhythmus, eine große Melodie und Bells unverwechselbare Stimme. Nun haben Erasure ihr 20. Studioalbum angekündigt. "Radio!! Radio!!" erscheint am 12. März 2027 auf Mute.

Die erste Single "Wings Of Love" wurde bereits veröffentlicht. Man mag nicht böse über die beiden alten Herren reden, und beschwingt ist der Track ja – aber richtig geil ist er nicht, da beißt die Maus keinen Faden ab. Irgendwie ruft die sehr wohlmeinende 3/5 schon um die Ecke. Zumal entstand das neue Album nach einer schwierigen persönlichen Phase. Clarke verlor seine Ehefrau, Bell hatte zuvor ebenfalls einen langjährigen Partner verloren. Entsprechend beschäftigen sich die angekündigten Songs unter anderem mit Trauer, Zusammenhalt, Liebe und Hoffnung. Clarke arbeitete dabei nicht ausschließlich mit Synthesizern, sondern griff häufiger als gewöhnlich zu Klavier und akustischer Gitarre.

2027 gehen Erasure außerdem wieder auf Tour, darunter Konzerte in Köln, Hamburg, Leipzig, Frankfurt, Hannover und Berlin. In Großbritannien und Irland begleitet Ladytron die Band, was die generationsübergreifende Verbindung elektronischer Popmusik besonders schön sichtbar macht.

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