Seite 5 von 22

Olafur Mowa: Donkeys Freunde sind meine Freunde

Olafur Mowa nennt sein Debütalbum recht bräsig "Post Internet Era", es erscheint am 11. September. Produziert hat Mowa die zehn Songs gemeinsam mit Donkey Kid. Schon diese Verbindung macht neugierig, denn beide gehören zu einer jungen Berliner Popgeneration, die sich auffallend wenig für die üblichen deutschen Genregrenzen interessiert. Und ja, beide haben eine Attitüde, bei der man vorm Bildschirm schon mal mit der Faust zuckt, aber wofür bin ich nicht schon dankbar in Deutschland? Wenigstens mal triggernde Arschlöcher, wer, wenn nicht die sollte Popstar werden?

Donkey Kid mischt psychedelischen Pop, Indie, Soul, Synthesizer und eine große Portion britischer Gitarrengeschichte, ohne dass daraus bloß ein liebevoll sortierter Plattenschrank wird. Bei Olafur Mowa scheint sich ein ähnliches Prinzip abzuzeichnen: Indie-Alternative und Elektropop, Dubstep-Bässe und helle Gitarren, dazu eine Stimme, die eher nach Londoner Hinterhof als nach deutschsprachigem Befindlichkeitspop klingt.

Die jüngste Single "Mazzy Star" liefert dafür einen ausgesprochen gelungenen Vorgeschmack. Der Titel ruft sofort jene melancholische Dream-Pop-Welt auf, die heute nicht mehr nur auf alten Platten existiert, sondern als eigener Gefühlsfilter durch Reels, Bilder und nächtliche Timelines wandert.

Seite 5 von 22

Weiterlesen

Noch keine Kommentare